Full text : Grundzüge der Theorie der Statistik

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spiel hierfür sind die oben behandelten Glückspiele; bei den Kugelversuchen
 notierte man die Farbe der gezogenen Kugel, schenkte
jedoch den übrigen möglichen besonderen Eigenschaften (Gewicht,
Form, Oberflächenbeschaffenheit, dem Platz im Beutel vor der Ziehung
usw.) keine Aufmerksamkeit. Etwas ganz Ähnliches geht beim Studium
 anderer statistischer Phänomene vor sich; selbst wenn man
bei der Untersuchung der Ursachen, die das Geschlecht der geborenen
 Kinder bestimmen, das Beobachtungsmaterial in Gruppen
teilt, welche als den verschiedenen wirkenden Ursachen entsprechend
angenommen werden, wird in jeder einzelnen Gruppe die Aufmerksamkeit
 auf ein bestimmtes Kennzeichen, nämlich das Geschlecht, eingestellt,
 während von den übrigen individuellen Verschiedenheiten
zwischen den in der einzelnen Gruppe zusammengefaßten Kindern
abgesehen wird. Ebenso geht es — um ein anderes Beispiel zu
nehmen — bei der Untersuchung der Sterblichkeit; man kann das
Beobachtungsmaterial in viele Gruppen, nach Alter, Geschlecht, Beruf
usw., zerlegen, aber bei jeder einzelnen mittelst solcher Kennzeichen
ausgeschiedenen Gruppe stellt man keine andere Frage als die eine:
tot oder nicht tot. Versuche oder Beobachtungen dieser Art werden
oft als alternativ bezeichnet.
Es hat sich ferner erwiesen — wie es ausführlich im Kapitel II
erwähnt wurde — daß die statistische Regelmäßigkeit in zahlreichen
der uns hier interessierenden Fälle sich in einer ausgeprägten Proportionalität
 zwischen der Zahl sämtlicher Beobachtungen und der
Zahl solcher zu erkennen gibt, welche die Eigenschaft oder das
Kennzeichen ausweisen, deren Vorkommen zu untersuchen ist; es
liegt daher nahe, die genannten zwei Zahlen zueinander ins Verhältnis
 zu setzen, indem man einen Bruch berechnet, der durch seine
Größe angibt, ein wie großer Teil sämtlicher Beobachtungen das betreffende
 Kennzeichen aufgewiesen hat. Ein solcher Bruch heißt
relative Häufigkeit des Kennzeichens. Als Beispiel hierfür sei
erwähnt, daß die relative Häufigkeit weißer Kugeln in dem oben
behandelten Kugelversuch 1005 = 0,5011 war. Im Jahre 1920
kamen in Dänemark insgesamt 80227 lebendgeborene und totgeborene
 Kinder zur Welt, von denen 41064 Knaben waren; die relative
 Häufigkeit von Knaben — die Sexualproportion — war also
+1 064 = 0,51 usw
80 227 ) "
Wenn die relative Häufigkeit einer Begebenheit (Kennzeichen)
            
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