Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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+7? = Dy) 
sodaß die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens der Begebenheit A 
dann auch unverändert dieselbe bleibt, einerlei, ob das Ereignis B 
im voraus eingetroffen ist oder nicht. Die betrachtete Eigenschaft 
ist, wie hieraus hervorgeht, reziprok; Ereignisse, deren Wahr- 
scheinlichkeiten diese Eigenschaft besitzen, heißen gegenseitig 
unabhängig (unkorreliert), und auf solche Ereignisse findet das 
Multiplikationstheorem! am leichtesten Anwendung; man erhält 
also folgenden Satz, der leicht auf eine willkürliche Anzahl Be- 
gebenheiten ausgedehnt werden kann: 
Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß zwei voneinander unab- 
hängige Ereignisse auf einmal in einem Versuche eintreffen, d. h. 
die Wahrscheinlichkeit dafür, daß sowohl das eine als auch das 
andere eintrifft, ist gleich dem Produkt aus den Wahrscheinlichkeiten 
dafür, daß jedes einzelne Ereignis, für sich betrachtet, eintreffen 
wird („Die Sowohl als auch-Regel“). 
Geht man beispielsweise bei einem Wurf mit zwei Würfeln 
davon aus, daß die Wahrscheinlichkeit, „eine Sechs“ zu erhalten, für 
beide Würfel '!/4 ist, ohne Rücksicht darauf, was der andere zeigt, 
dann wird die Wahrscheinlichkeit dafür, daß sowohl der eine als 
auch der andere Würfel „eine Sechs“ ergibt, !+!/s = 146; die Ant- 
wort fällt natürlich ebenso aus, wenn man nur einen Würfel hat, 
mit dem zweimal geworfen und die Wahrscheinlichkeit erfragt wird 
dafür, sowohl im ersten als auch im zweiten Wurf „eine Sechs“ 
zu erhalten; Voraussetzung ist, daß man hier ebenfalls damit rechnen 
kann, daß die Wahrscheinlichkeit, daß der Würfel beim zweiten 
Wurf „eine Sechs“ ergibt, unverändert !/; ist wie beim ersten Wurf, 
einerlei ob beim ersten Wurf „Sechs“ oder „Nicht-Sechs“ geworfen 
wurde. 
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„73 
Aufgabe 9. Finde die Wahrscheinlichkeit dafür, mit einem Wurf mit einem 
Würfel zu erhalten 
1. „Sechs‘“ beim ersten Wurf, 
2, „Sechs“ beim dritten Wurf, 
3. „Sechs“ zum erstenmal beim dritten Wurf, 
4. „Sechs“ frühestens beim dritten Wurf. 
100. Wann kann man indes damit rechnen, daß die Voraussetzung 
einer solchen Unabhängigkeit vorliegt? Welche Ereignisse können 
als gegenseitig unabhängig und welche nicht als solche angesprochen 
werden? Diese Frage hat einen ganz ähnlichen Charakter wie die
	        
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