Full text : Grundzüge der Theorie der Statistik

247

das Eintreffen des Ostertags angibt) mit gleicher Wahrscheinlichkeit
 auf einen beliebigen andern Tag in einem uugefähr vier
Wochen umspannenden Zeitraum wird fallen können. Genau so
Sührt es die Voraussetzung über die Verteilung der Einschläge
nach dem Abstand von einem Diameter einer Schießscheibe geradezu
mit sich, daß die Verteilung der Schüsse nach ihrem Abstand vom
Zentrum so ausfällt, daß die Wahrscheinlichkeit dafür, im Abstande x
zu treffen,

wird, was eine schiefe Verteilungskurve ergeben muß.
In solchen und anderen ähnlichen Fällen, in denen man eine
Vermutung hinsichtlich des Zusammenhangs hat, nimmt die Untersuchung,
 ob die Beobachtungen die Vermutung bekräftigen, die Form
einer Ausgleichungsaufgabe an (vgl. das Kapitel über Interpolation
und Ausgleichung), bei deren Lösung es sich gerade darum handelt,
zu entscheiden, inwieweit bei der zur Nachprüfung aufgestellten
Theorie auf alle solchen Umstände (Ursachen) gebührende Rücksicht
 genommen ist, welche im Rahmen der verwandten Beobachtungsmethode
 als wesentlich angesehen werden müssen; und ohne Rücksicht
 darauf, welche Ausgleichungsmethode man hierbei benutzt,
stützt sich die Entscheidung hierüber, wie oben, in mehr oder weniger
ıusgeprägtem Grade auf die Vorstellung, daß die Verteilung nach
der Größe der bei der Ausgleichung bestimmten Abweichungen
zwischen der Theorie und den Beobachtungen (welche Abweichungen
hier als „Fehler“ bezeichnet werden) jedenfalls mit Annäherung typische
 Form annehmen muß.
165. Bei außerordentlich vielen statistischen Untersuchungen
über das Leben der menschlichen Gesellschaft handelt es sich indes
 in geringerem Grade darum, die Haltbarkeit der Annahme eines
gegebenen (vermuteten) Zusammenhanges nachzuprüfen, als um eine
Nachspürung des Ursachenzusammenhanges überhaupt; und sofern
dies der Zweck ist, kann man nach den obigen Bemerkungen die
Untersuchung im allgemeinen nicht in einem Punkte unterbrechen,
in dem man zwar zu einer Verteilung gelangt ist, welche nach übereinstimmenden
 Erfahrungen als in sich selber ruhend und insofern
als typisch erscheinen könnte, jedoch nicht als exponentiell betrachtet
werden kann. Jedenfalls wird das Vorhandensein von mehr als einem
Maximum im Verteilungsgesetz ein untrügliches Zeugnis dafür ablegen,
 daß unter den Ursachen, welche das Beobachtungsergebnis im

x \2
P(x) = 2x m (3X
a
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.