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der einzelnen Jahre liegt für sämtliche Abweichungen um 0,009
und 0,010. Das Doppelte dieser Größe erreicht man nur in 4 der
sämtlichen 80 Gruppen, was mit dem Exponentialgesetz genau über-
einstimmt. Im übrigen sind Abweichungen unter dem mittleren
Fehler etwas seltener, Abweichungen vom 1- und 2-fachen des mitt-
leren Fehlers etwas häufiger, als erwartet, aber im großen und ganzen
ist die Annäherung an das Exponentialgesetz eine recht ‚gute.
Wählt man andere Altersperioden, dann wird oft eine weitere
Teilung des Materials erforderlich sein. Kinder unter 1 Jahr sind,
wie oben $ 74 bewiesen wurde, in den Monaten August und Sep-
tember in erheblichem Grade gewissen Gefahren ausgesetzt. Um
eine größere Annäherung an das Exponentialgesetz zu erzielen,
könnte man dann eine Gliederung der Jahre nach meteorologischen
Verhältnissen versuchen. Für die Alten werden Frühjahr und Spät-
winter unter ungünstigen meteorologischen Verhältnissen verhängnis-
voll sein. Man kann die Resultate für die Altersperiode von 25—45
Jahren so ausdrücken, daß es in jedem Kalenderjahr ein neues
Sterblichkeitsniveau gibt. Aber bei steter Beobachtung der Ab-
weichungen von diesem Niveau findet man, daß sich diese inner-
halb der Grenze der Zufälligkeiten halten. Kennt man das Niveau
des betreffenden Jahres für sämtliche Sterbefälle in der Altersperiode,
dann lassen sich die einzelnen Zahlen einigermaßen genau berechnen.
Als Beispiel hierfür sei eine Untersuchung!) angeführt, welche
ihren Ausgangspunkt in drei Sterbetafeln für Nord-Wales für die
Jahrzehnte 1861—70, 1871—80 und 1881—90 hatte und auf eine
Vergleichung der Größe der Sterblichkeit auf verschiedenen Alters-
stufen für die 3 Jahrzehnte und für die 18 Regierungsbezirke in
Nord-Wales hinausging. Für die Altersklasse 35—45 Jahre sollte
das Sterblichkeitsniveau nach der Tafel für das erste Jahrzehnt,
alle 18 Bezirke als Ganzes genommen, durchschnittlich um ca. 11%
erhöht werden., um in Höhe mit dem Niveau für das zweite Jahr-
zehnt zu gelangen. Für einen Bezirk nun war die Sterblichkeit
im ersten Jahrzehnt durch 10,70%, im zweiten Jahrzehnt durch
13,08 %%o ausgedrückt. Erhöht man die 10,70 %%, um 11% ,, dann ergibt
sich nur 11,78 %wo, also eine Abweichung von 1,30 °%»o. Berück-
ij) Westergaard, Die Lehre von der Mortalität und Morbilität, 2. Ausg.
Jena 1901, S, 198 £., wo zugleich (S. 195£.) eine von van Pesch vorgenommene
Untersuchung der holländischen Sterblichkeitstafel für 1880—90 (Sterftetafels voor
Neederland, 1897) besprochen wird, eine Untersuchung, die auch mit der Theorie
eine gute Übereinstimmung erzielte.