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anhaftenden Unsicherheit den mittleren Fehler, dann wird sich heraus-
stellen, daß von den 20 berechneten Zahlen 8 eine Abweichung von
dem Ein- bis Zweifachen des mittleren Fehlers haben, während die
übrigen Abweichungen unter dieser Größe liegen. Wie sehr sich
die Zahl der Ehescheidungen von Jahr zu Jahr auch verändert, so
ist dennoch die Verteilung nach der Art der aufgelösten Ehen un-
gefähr konstant. Untersucht man nun, wie häufig Trauungen und
Scheidungen jeder Art sind, dann wird sich z. B. ergeben, daß von den
Eheschließungen der Jahre 1907—09 ungefähr 17!% gemischt, etwa
74%, rein evangelisch, 5%, rein katholisch und 3°, rein jüdisch
waren. Dagegen hatte man für die Geschiedenen 78 %% rein evangelische
Paare, 16°, gemischte Ehen, ungefähr 3°, rein jüdische und die
gleiche Prozentzahl rein katholische Ehen. Nach diesen (allerdings
sehr summarischen) Zahlen würde man zu dem Schluß neigen, daß
die katholischen Ehen stabiler sind als die anderer Bekenntnisse.
Auch eine Untersuchung hinsichtlich der Anzahl von Kindern
in den aufgelösten Ehen dürfte voraussichtlich gewisse typisch
wirkende Ursachen aufweisen.
202. Unter den Todesursachen nehmen die Selbstmorde eine
eigenartige Stellung ein. Für Berlin hat man beispielsweise die in
ler Tabelle 39 enthaltenen Zahlen:
Tabelle 39.
Zahl der Selbstmörder
erhänet
Hiervon haben sich
ertränkt
Männer! Frauen! Zus.
Jahr
Männer! Frauen! Zus
Männer! Franen
2
? „05 3
90 676 2 84
«18 726 O2? 3 28 90
) | 1018 [3518 | 907 | 272 | 1179 | 281 | 140 | 224
Durchschnittlich waren unter 1000 Selbstmördern 289 Frauen;
berechnet man mit dieser Zahl als Ausgangspunkt die erwartete
Anzahl weiblicher Selbstmörder von Jahr zu Jahr, so ergibt sich
folgendes Resultat:
Zahl der weiblichen Selbstmörder
Erfahrung Berechnung
L907 183 196
L908 220 212
L909 207 204
L910 190 196
1911 218 210
Westergaard und Nvyboile, Theorie der Statistik, 2. Aufl.
1907
„008
‚909
LO1C
[9.1
Zusam. ‘
3
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7"