Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

305 
anhaftenden Unsicherheit den mittleren Fehler, dann wird sich heraus- 
stellen, daß von den 20 berechneten Zahlen 8 eine Abweichung von 
dem Ein- bis Zweifachen des mittleren Fehlers haben, während die 
übrigen Abweichungen unter dieser Größe liegen. Wie sehr sich 
die Zahl der Ehescheidungen von Jahr zu Jahr auch verändert, so 
ist dennoch die Verteilung nach der Art der aufgelösten Ehen un- 
gefähr konstant. Untersucht man nun, wie häufig Trauungen und 
Scheidungen jeder Art sind, dann wird sich z. B. ergeben, daß von den 
Eheschließungen der Jahre 1907—09 ungefähr 17!% gemischt, etwa 
74%, rein evangelisch, 5%, rein katholisch und 3°, rein jüdisch 
waren. Dagegen hatte man für die Geschiedenen 78 %% rein evangelische 
Paare, 16°, gemischte Ehen, ungefähr 3°, rein jüdische und die 
gleiche Prozentzahl rein katholische Ehen. Nach diesen (allerdings 
sehr summarischen) Zahlen würde man zu dem Schluß neigen, daß 
die katholischen Ehen stabiler sind als die anderer Bekenntnisse. 
Auch eine Untersuchung hinsichtlich der Anzahl von Kindern 
in den aufgelösten Ehen dürfte voraussichtlich gewisse typisch 
wirkende Ursachen aufweisen. 
202. Unter den Todesursachen nehmen die Selbstmorde eine 
eigenartige Stellung ein. Für Berlin hat man beispielsweise die in 
ler Tabelle 39 enthaltenen Zahlen: 
Tabelle 39. 
Zahl der Selbstmörder 
erhänet 
Hiervon haben sich 
ertränkt 
Männer! Frauen! Zus. 
Jahr 
Männer! Frauen! Zus 
Männer! Franen 
2 
? „05 3 
90 676 2 84 
«18 726 O2? 3 28 90 
) | 1018 [3518 | 907 | 272 | 1179 | 281 | 140 | 224 
Durchschnittlich waren unter 1000 Selbstmördern 289 Frauen; 
berechnet man mit dieser Zahl als Ausgangspunkt die erwartete 
Anzahl weiblicher Selbstmörder von Jahr zu Jahr, so ergibt sich 
folgendes Resultat: 
Zahl der weiblichen Selbstmörder 
Erfahrung Berechnung 
L907 183 196 
L908 220 212 
L909 207 204 
L910 190 196 
1911 218 210 
Westergaard und Nvyboile, Theorie der Statistik, 2. Aufl. 
1907 
„008 
‚909 
LO1C 
[9.1 
Zusam. ‘ 
3 
x 
7"
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.