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mitgeteilten Zahlen für die Totgeburtenfrequenz unter ehelichen und unehelichen
Kindern ergeben, innerhalb der nach dem Exponentialgesetz zulässigen Spiel-
räume fallen; es ist dabei die verschiedene Genauigkeit, mit der die Prozente für
außerehelich Geborene bestimmt sind, zu berücksichtigen, während die Prozente
für eheliche Kinder als fehlerfrei gelten.
271. Ferner enthält die Frage der Ausgleichung nach der
Methode kleinster Quadrate eine Reihe wichtiger und interessanter
Probleme; unter diesen sei besonders der Fall hervorgehoben,
wo die Theorie darauf hinausgeht, daß die Beobachtungen gewissen
Bedingungsgleichungen genügen sollen; als Beispiel können wir
dasjenige im $ 218 über die Winkel eines Dreiecks, deren Summe
180° sein soll, erwähnen. Rein theoretisch steht dem nichts
im Wege, dieser Art von Aufgaben eine Form analog der im
Vorhergehenden behandelten Ausgleichung nach der Methode kleinster
Quadrate zu geben; aus praktischen Gründen jedoch verlohnt es sich
in solchen Fällen im allgemeinen, für die Ausgleichung eine andere
Form zu wählen (Korrelatausgleichung); da diese Art von Aus-
gleichungsaufgaben übrigens im wesentlichen für die Meßtechnik
von Bedeutung ist und in der Regel in der Statistik erst in zweiter
Linie kommt, so ist hier — ebensowenig wie sie im Obigen Be-
rücksichtigung fanden — keine Veranlassung, näher auf diese Me-
thoden einzugehen. ;
2372. Dagegen ist noch eine Ausgleichungsmethode zu erwähnen,
die besonders für die Bestimmung von Häufigkeitskurven (Ver-
teilungs- oder Frequenzkurven) Bedeutung gewonnen hat, nämlich
die von Pearson vorgeschlagene Momentmethode!). Diese Me-
thode ist eine Fortentwicklung der von uns verschiedentlich im
Obigen angewandten Methode, wo wir eine durch Beobachtung ge-
gegebene numerische Verteilung mittels eines Exponentialgesetzes
darzustellen suchten. Fanden wir z. B. im $ 153, daß die mittlere
Zahl und der mittlere Fehler für die in der Tabelle 27 (vgl. Ta-
belle 1) gegebene empirische Verteilung
g=50,11 und u = 5,23
ist, so kann die Exponentialkurve, welche dieselben mittleren Zahlen
und mittleren Fehler hat, nämlich
zn)
Yy = 5,23 V2x 2 5,23 ;
!) Am leichtesten zugänglich in W. Palin Elderton, Frequency-Curves
and Correlation, London 1906.