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halb des Heimes, z. B. in Sanatorien, (36) verstorben sind, unbekannt,
so wird man bei einseitiger Berücksichtigung der obengenannten
1682 Fälle zu guter Letzt zu einer etwas zu niedrigen Sterblichkeit
gelangen. Wahrscheinlich ist dieser Fehler recht bedeutungslos, er-
fordert jedoch eine besondere Untersuchung. Hat man die Sterbe-
tafel unter Berücksichtigung der fremden Sterbefälle, jedoch ohne
lie fern von der Heimat verstorbenen Einwohner mitbekommen zu
können, berechnet, so wird man nur dann etwas schlußfolgern können,
wenn die Sterblichkeit in den Städten nach dieser Berechnung
zrößer ist als auf dem Lande. Man weiß dann, daß der erwähnte
Fehler den Unterschied verkleinert hat.
334. Als Beispiel für die Einteilung in Gruppen, deren gegen-
seitige Grenzen naturgemäß sehr unsicher sein müssen, sei ferner
folgendes gegeben: In einem Krankenhause werden die an Lungen-
entzündung leidenden Patienten nach dem vermuteten Alkohol-
verbrauch in zwei Gruppen: A und B geteilt. Die Frage ist, welche
Gruppe die größte Sterblichkeit hat. Es zeigt sich nun, daß die Alkoho-
listen (A) häufiger als die anderen (B) unterliegen ; darf man jedoch dies
in Anbetracht dessen, daß wahrscheinlich eine sehr große Unsicherheit
vorhanden ist, als feststehendes Ergebnis ansehen? Denken wir uns,
die zwei Gruppen zählten, genau betrachtet, a und b Patienten, und
die Wahrscheinlichkeit dafür, an der Krankheit zu sterben, sei in
jeder der Gruppen p und q; stellen wir uns ferner vor, daß a, Per-
sonen, welche in Wirklichkeit der A-Gruppe angehören, als der
Gruppe B gehörend und umgekehrt b, Personen der B-Gruppe unter
A registriert würden. Anscheinend wird also den beiden Gruppen
zugeführt:
» wo. 3... a=a+bi — Gr
Unter diesen Personen ereignen sich jeweils
(a —a1)P + b,q
(b—b;)q + a,p Sterbefälle.
Die von uns beobachteten Sterblichkeitsquotienten werden dann
nicht gleich p und q, sondern gleich
(4— a, ) — b b
Pd — p—0)
zu A
zu RB
b—b)aHap_ A. (p—0)