Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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wieviel % jedes Geschlechts faktisch hell sind. Benennt man dieses 
Promille für Knaben mit x und das für Mädchen mit y, so werden 
unter den festgestellten Voraussetzungen teils r (1000—x) %.o, teils 
(1—s) x %o. der Knaben als hell registriert werden. Hieraus folgt, daß 
r(1000 — x) + (1 — s)x = 628, 
FOR — .1000r 
Ww as 
ergibt, während man analog 
RO | 
°£90r 
vy 
erhält. Der Unterschied zwichen 
und y wird folglich 
X — 
+ 
1 — T—S 
Wenn also r + s < 1 ist, so wird auch dieses wirkliche Promille 
x für Knaben größer als y sein. Denkt man sich z. B., daß r == 0,6 
und s=0,3 ist, d. h., daß 60%, der faktisch dunklen als hell und 
30%, der faktisch hellen als dunkel registriert worden sind, daß also 
eine kräftige Vertauschung von hellen und dunkeln vorliegt, dann 
ist r-+s=0,9, und man erhält x = 280” und y = 210% 0: 
Obgleich man also eine vollständig falsche Vorstellung von der 
Verteilung bekommen hat, da man glauben muß, daß die hellen in 
der Majorität und nicht in der Minorität sind, so steht doch das 
Resultat stets fest, daß die Knaben verhältnismäßig häufiger helle 
Augen haben als die Mädchen. 
336. Ähnliche Betrachtungen lassen sich anstellen, wenn man 
die Korrelation zwischen Haar- und Augenfarbe bei der einzelnen 
Person oder die Korrelation zwischen Haar- oder Augenfarbe der 
Eltern und ihrer Kinder untersucht. Es handelt sich hier um 
eine oft in der Statistik vorkommende Aufgabe, die Häufigkeit 
qualitativer Eigenschaften zu vergleichen. Wir haben bereits im 
5 55 gesagt, daß oft rein praktische Umstände entscheiden, ob man 
eine Eigenschaft als qualitativ oder quantitativ, insbesondere als 
speziell kontinuierlich, auffassen will. Was Farben anbetrifft, so 
hängt die Schwierigkeit, eine einheitliche Einteilung nach Farben- 
gruppen vorzunehmen, gerade damit zusammen, daß die Nuancen in 
der natürlichen Reihenfolge, in der sich die verschiedenen Farben 
ordnen lassen, unmerklich in einander übergleiten. Namentlich 
wenn man in eine größere Anzahl von Farbenklassen zerlegt, liegt 
»s nahe, diese einzelnen Klassen mit fortlaufenden Nummern oder 
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