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Die Geschichte der Volkszählungen ist in dieser Beziehung
iehrreich !). In älteren Zeiten kümmerte man sich häufig nur wenig
darum, die Volkszahl an einen einzelnen bestimmten Tag zu knüpfen.
Noch im Jahre 1801 wurde für Dänemark vorgeschrieben, daß die
Landbevölkerung sich am 1. Februar, einem Sonntag, beim Pastor
melden sollte; könnte man nicht an diesem Tage die Aufzeichnungen
beenden, dann müßte der Pastor auch die folgenden Sonntage ausnutzen.
Heutzutage strebt man immer danach, die Volkszählung auf einen
ainzelnen Tag zu begrenzen, indem man voraussetzt, daß die Personen,
welche vor einem bestimmten Zeitpunkt gestorben, und die, welche
nach diesem Zeitpunkt geboren sind, nicht mitgezählt werden.
Faktisch wird man jedoch kleine Fehler kaum vermeiden können,
und es dürfte schwierig sein, eine Volkszählung an einem einzelnen
Tage voll und ganz durchzuführen,
In einem modernen Kulturstaat, wo nur wenige Tage zur Durch-
führung einer Volkszählung gebraucht werden, werden die unsteten
Bevölkerungselemente in der Regel nur geringe Aussicht und auch
keine große Veranlassung dazu haben, sich der Zählung zu entziehen.
Einige Vagabunden werden vielleicht übersehen, einzelne, die gerade
umziehen, vielleicht zweimal gezählt werden; Personen, welche un-
mittelbar nach dem Zähltage sterben, werden vielleicht nicht auf die
Liste kommen; aber die ganze Hauptmasse wird ohne Schwierigkeit
zefunden und registriert werden. Die eigenartige schwedische
Bevölkerungsstatistik hat die Mittel zu einer diesbezüglichen Kon-
trolle. Diese Statistik beruht hauptsächlich auf gemeindeweisen
Verzeichnissen der Einwohner und ausführlichen Berechnungen über
lie Volkszahl aller 10 Jahre; außerdem werden jetzt auch Volks-
zählungen vorgenommen. Die sich aus diesen beiden Quellen her-
leitenden Zahlen lassen sich überraschend gut miteinander in Über-
einstimmung bringen. Anläßlich einer Neubearbeitung des Volks-
zählungsmaterials der Landgemeinden Fünens zwecks Berechnung
der Sterblichkeit in den verschiedenen Gesellschaftsklassen, ergab
sich ebenfalls nur ein unbedeutender Unterschied von höchstens
),4 Promille ?).
Bei der Wahl des Zählungstages (Stichtages) wünscht man
in unserer Zeit einen Tag zu finden, an dem möglichst viele zu
ı) Über Methoden und Technik der Volkszählungen siehe u. a. A. Kauf-
mann, a. a. O. 8. 313 ff.
2?) Rubin und Westergaard, Landbefolkningens Dodelighed i Fyens
Stift, 1886, S. 20 H.