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Bernhard Harms
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Ein Verkehrsmittel, das nur durch Subvention aufrechterhalten werden
kann, ist nicht lebensfähig. Von entscheidender Bedeutung wird es deshalb
sein, zu welchen Dimensionen die Flugzeuge gelangen, und in welchem
Verhältnis zu ihnen die Tragfähigkeit gesteigert werden kann. Zur Zeit
rechtfertigt sich weder übertriebener Optimismus noch zaghafter Klein-
mut. Gemessen an den Erfolgen des letzten Jahrzehnts, dürfen die Er-
wartungen einigermaßen hoch gespannt werden. Ob die Luftschiffahrt
es jemals zum Massenverkehr bringen wird, steht einstweilen dahin.
Daß sie hingegen kapitalistische Wirtschaft zu fördern vermag, indem sie
deren Trägern die persönliche Raumüberwindung in einem früher uner-
hörten Ausmaße ermöglicht und dadurch kapitalistischen Geist in seiner
Auswirkung allgegenwärtig macht, unterliegt keinem Zweifel.
Abschließend mögen einige Betrachtungen über Wandlungen im
internationalen wirtschaftlichen Organisationswesen gestattet sein.
Fast naiv muten heute die Voraussetzungen der älteren sozialökonomi-
schen Theorie an: freie Konkurrenz auf sich gestellter Individuen, ein
geschlossener Markt, auf welchem sich Angebot und Nachfrage begegnen
und durch ihr Verhältnis die Preisbildung nach mechanistisch-starren
Gesetzen bestimmen. Für die einzelnen zollgeschützten Volkswirtschaften
haben jene Voraussetzungen nur mehr geringe Geltung, weil das Kartell-
wesen die freie Konkurrenz in weitem Umfange ausgeschaltet hat.
Wieweit es geschehen ist, läßt sich aus bekannten Gründen schwer
feststellen. Es unterliegt jedoch keinem Zweifel, daß das binnenwirt-
schaftliche Kartellwesen gegenüber der Vorkriegszeit an Bedeutung ge-
wonnen hat. Es sprechen auch zahlreiche Gründe dafür, daß die Formen,
in denen die Vereinbarungen erfolgen, sich vielfach geändert haben;
insbesondere scheinen mir die sog. »Gentlemen agreements« heute von
weitaus größerer Bedeutung zu sein als in der Vorkriegszeit. In der
Literatur ist darüber allerdings wenig zu finden, wie sich überhaupt
dieses Gebiet der Durchleuchtung größtenteils entzieht, es sei denn,
daß gelegentlich veranstaltete Enqueten es blitzartig erhellen; allerdings
pflegen bei wieder eingetretener Dunkelheit sofort neue Umgestal-
tungen einzusetzen.
Von verminderter Bedeutung gegenüber der Vorkriegszeit ist das par-
tielle internationale Kartellwesen, wenngleich auch hier gerade neuer-
dings wieder bemerkenswerte Fortschritte zu verzeichnen sind. Eigentliche
Strukturwandlungen vermag ich einstweilen nicht zu erblicken, obwohl
sich auch hier in den Formen der Verabredungen mancherlei geändert hat.
Grundsätzlich bedeutsame Fortschritte und auch Wandlungen sehe ich
hingegen auf einem andern Gebiet, dem der Monopolbildung im
internationalen Verkehr. Soweit es sich hier um Trusts handelt, die,
wie z. B. in den Vereinigten Staaten, den »Inlandmarkt« beherrschen, ist