Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

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Geschäfte  auf  Goldbasis  gemacht  und  die  Preise  danach  notirt.  Nur  in  der
schlimmsten  Zeit  des  Aufstandes  hat  zeitweise  au  einigen  Plätzen  die  Goldbasis
verlassen  werben  müssen;  den  Bemühungen  der  betheiligten  Kaufmannschaften ­
  gelang  es  aber,  dieselbe  —  namentlich  in  Havana  -und  Matanzas
—  bald  wieder  herzustellen.  Die  Regierung  läßt  sich  alle  Abgaben  und
Zölle  in  Golde  bezahlen;  nur  bezüglich  der  letzteren  ist  zeitweise  gestattet
worden,  einen  Theil  durch  Banknoten  zu  berichtigen.
Die  Einfuhr  und  Ausfuhr  von  Edelmetallen  ist  großen  Schwankungen
unterworfen,  in  der  Mehrzahl  der  Jahre  aber  sehr  beträchtlich.  Früherhin
ist  bei  der  Ausfuhr  von  Golde  eine  Abgabe  von  1  %  %,  von  Silber  eine
solche  von  2  V 4  °/u  des  Werthes  erhoben  worden.  Jetzt  unterliegt  sie  keinen
Beschränkungen  mehr.
In  Erwägung  aller  der  vorerwähnten  Umstände  läßt  sich  denken,  daß
der  Zinsfuß  von  Darlehnen  auch  für  anerkannt  zahlungsfähige  Personen
kein  niedriger  sein  kann.  Die  überwiegende  Mehrzahl  der  Pflanzer  ist  seit
vieleil  Jahren  darauf  angewiesen,  sich  die  Geldmittel  für  den  Betrieb  ihres
Geschäftes  durch  Darlehne  in  Erwartung  guter  Verlverthung  ihrer  Erzeugnisse ­
  zu  beschaffen.  Die  Bedingungen,  unter  denen  solche  Vorschüsse  gewährt ­
  werden,  richten  sich  natürlich  nach  der  Person,  nach  der  Lage  und
der  Beschaffenheit  ihrer  Pflanzung,  nach  den  Verhältnissen  des  Geldmarktes
und  den  Aussichten  auf  dem  Zuckermarkte.  Während  des  Aufstandes  war
es  für  die  Grundbesitzer  in  den  besonders  davon  betroffenen  Provinzen  des
Ostens  und  des  Centrums  überhaupt  nicht  immer  möglich  Darlehne  zu
erhalten.  In  den  Jahren  1879  und  1880  wird  der  Diskontosatz  der  Banken
in  Havana  durchschnittlich  zu  8%  angegeben,  und  der  billigste  Zinsfuß
für  Landwirthe  aus  1  bis  1  %%  monatlich.  Für  das  Jahr  1884  wurde
berichtet,  daß  der  Diskontosatz  bisher  8%  für  kurze,  und  10%  für  sechsmonatliche ­
  Sichtwechsel  betragen  habe,  nun  aber  auf  9  bez.  11  %  gestiegen
sei,  sowie  daß  im  Innern  Geld  kaum  zu  2%  monatlich  zu  erlangen  sei.
Aus  Matanzas  ivird  für  das  Jahr  1883  berichtet:  der  Besitz,  mit  hohen
Steuern  schwer  belastet,  sei  so  entwerthet,  daß  kaum  noch  ein  Verkauf  bewerkstelligt
  werden  könne;  fast  wöchentlich  werde  ein  Etablissement  geschlossen; ­
  von  dell  6000  Häusern  der  Stadt  stände  der  vierte  Theil  leer.
Inzwischen  scheinen  sich  die  Verhältnisse  gebessert  zu  haben.  Für  das
Jahr  1886  hebt  ein  Bericht  hervor,  daß  die  Capitalisten  —  im  Hinblick  auf  eine
gesegnete  Ernte  —  keiil  Bedenken  mehr  trügen  Vorschüsse  zu  machen  uild
daß  die  Pflanzer  wieder  voll  Zuversicht  seien.
Aus  früheren  Jahren  ist  wiederholt  mitgetheilt  worden,  daß  mau
Pläne  zur  Errichtung  von  Hypotheken-Jnstituten  oder  landwirthschaftlichen
Kreditanstalteil  gemacht  habe.  Mit  der  Errichtullg  einer  solchen  soll  auch
in  der  Stadt  San  Espiritu,  Provinz  Santa  Clara,  der  Anfallg  gemacht
worden  sein.  Indessen  hat  Weiteres  darüber  bisher  nicht  verlautet.  Mit
            
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