schon Adolph Wagner darauf hin, daß „alles Geld Kredit-
geld ist; dies gilt von solchen Objekten stofflichen Eigenwerts ebenso,
1ur im Maße verschieden, wie von Objekten fehlenden solchen Stoff- und
Formwerts, dem dann wohl sogenannten reinen Kreditgeld. Bei diesem
zommt nur in besonderem Grade ...die rechtliche Funktion des Gel-
des: die Eigenschaft des gesetzlichen Zahlungsmittels mit zur Geltung‘
!S. 120).
Schließlich soll in diesem Zusammenhange schon (näheres
ınten im 9. Kapitel) bemerkt werden, daß der sog. „Geldzins“
gar nichts spezifisch Geldmäßiges mehr ist. Der Hinweis darauf,
laß das Geld doch nicht hecken könne, ist ein Einrennen offener
Türen. Der Zins wird heut in Geld bezahlt, weil alle Preise in der
Marktwirtschaft so beglichen werden; und für Geld nur insofern, als
as eben subjektive, abstrakte, nominale, aktuelle Kapitalkraft ist.
Amonns Definition des Zinses als „Preis für die zeitweilige Über-
lassung konzentrierter und abstrakter individueller Verfügungsmacht in
sozialen Verkehr“ (S. 421) trägt wiederum einen ausgeprägt privatkapita-
‚istischen Charakter. Schon Wicksell hat im Gegensatz hierzu hervor-
zehoben, daß auch im Falle von ‚„Naturaldarlehen‘“ ein Mehr zurückzuer-
statten wäre; nicht nur das Geborgte, sondern auch ein — naturaler —
Zinsbetrag (S. 94/95).
Das Ergebnis der damit abgeschlossenen Unternehmungen
iber das Wesen des Geldes kann folgendermaßen zusammengefaßt
werden:
Seinem reinen Wesen nach ist das Geld ein Verkehrsmittel
in der Marktwirtschaft, der Generalnenner der gesellschaftswirt-
schaftlichen Wertrechnungen (Preisausdrucksmittel) und das
körperliche Zeichen für die tauschweise Hingabe von Marktgütern,
das seinen Inhaber zum Empfang einer beliebigen im Verkehrs-
wert gleichen wirtschaftlichen Gegenleistung unter beliebigen Um-
ständen befugt (Umtauschmittel). Es ist nicht selbst ein Wirt-
schaftsgut, wird indessen von den im Marktverkehr zusammen-
geschlossenen Wirtschaftspersonen (Einzelwirten) dafür gehalten,
da es vermöge seiner begrifflich unbeschränkten Umtauschbarkeit
ihnen den Zugang zum gesellschaftlichen Gütervorrat eröffnet:
subjektive, abstrakte, nominale, aktuelle Kaufkraft ver-
körpert. So wird das Geld, das am Markt zunächst nur eine ge-
sellschaftliche Dienerrolle spielt, in der Einzelwirtschaft zum Herrn
und erlangt infolge seiner übereinstimmenden privat wirtschaftlichen
Überschätzung sogar einen gewissen Einfluß auf die Gesamt-
wirtschaft (Volkswirtschaft): es wirkt mitbestimmend auf die Ge-