Ansprache an Arbeiter.
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Höhe zu gehen und so vice versa. Wir müssen daher nach einem
Plan ausschauen, der es ermöglicht, den Arbeitern stets dann hohe
Löhne zu bewilligen, wenn ihre Arbeitgeber hohe Preise für ihre
Erzeugnisse und damit auch größeren Nutzen ernten; andrerseits,
wenn die Arbeitgeber nur niedere Preise für ihre Erzeugnisse und
damit auch nur einen kleinen oder gar keinen Gewinn ernten,
werden die Arbeiter auch mit niedrigen Löhnen zufrieden sein
müssen. Sobald diese Idee verwirklicht werden kann, haben Arbeit
geber und Arbeiter absolut das gleiche Interesse; sie erfreuen sich
gemeinschaftlich guter Zeiten und halten tapfer zusammen aus in
schlechten Zeiten. Wird das durchgeführt, dann fällt jeder Grund
zu Streitigkeiten fort. Anstatt des Gefühls einer Gegnerschaft wird
das der Teilhaberschaft zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber
entstehen. Zur Erzielung dieses Zustandes gibt es ein einfaches
Mittel, welches allgemein einzuführen, Arbeitgeber und Arbeit
nehmer mit all ihrer Energie sich bestreben sollten. Die Löhne
müßten Monat für Monat nach einer gleitenden Skala festgestellt
werden, im Verhältnis zu den für das Produkt erzielten Netto
preisen. Die Arbeiter zu betrügen, ist unter der gleitenden Skala
für den Kapitalisten nicht möglich.
Ein Vorteil dieser Bücherei (Carnegie-Bibliothek zu Braddok,
Pennsylvanien) ist, daß sie alle Tageszeitungen und Handelsblätter
darin finden; ich bitte Sie, alle diese Blätter aufmerksam zu lesen.
Sie werden viele falsche Angaben und Irrtümer darin finden. Der
gleichen ist vom Zeitungswesen unzertrennlich, da es in Hast zu
arbeiten und bloße Gerüchte zu verzeichnen gezwungen ist.
Dennoch kann aus dem Studium der vorzüglichsten Zeitungen ganz
wohl die Richtung erkannt werden, welche die Geschäfte nehmen.
Die Zeitungen werden Ihnen keinen durchaus richtigen Bericht
über die Materialpreise geben. Fabrikanten sind immer geneigt,
die Situation in blühenden Farben zu malen, sowie die höchsten
Preise bekannt zu geben mit der Absicht, Leute zum Kauf zu ver
anlassen und dadurch neue Kunden heranzuziehen. Höchstwahr
scheinlich werden sie nie darüber berichten, zu wie niedrigen
Preisen sie zu verkaufen gezwungen waren, um der Konkurrent
zu begegnen und ihre Werke im Gange zu erhalten. Trotzdem
wird ein sorgsames Studium der Zeitungen und Handelsblätter