III
Handelswelt genannt wurden 1 ). Wenn wir an die weitläufigen
Unternehmungen der Paumgartner, besonders auch ihre Be
ziehungen zu Frankreich denken, wird es uns nicht zweifelhaft
sein, dass auch David Paumgartner durch diese Krisis berührt
wurde. Im Jahre 1561 wird die schwierige finanzielle Stellung
der Fugger und Paumgartner auch ausdrücklich erwähnt
gelegentlich von Geldaufnahmen, die der König von Spanien
in Augsburg bewerkstelligen wollte. „Aber dieweil die zwey
Geschlechter Fugger und Baumgartner izo mit sich genug zu
tun haben, dan inen ain gewaltige Summa Gelds abkundigt
ist,“ konnte er nichts ausrichten 2 ). Im nämlichen Jahr 1561
zwang dann seine Geldnot den David Paumgartner zu erneuten
Geldaufnahmen, die zugleich eine Verletzung der von seinem
Vater errichteten Familienstatuten zur Folge hatten. Er lieh
am 24. August 1561 von dem Markgrafen Georg Friedrich von
Brandenburg 120 000 fl und musste dafür seine Eigengüter in
Hohenschwangau und das Amt Kaltarn verpfänden. Als
der Markgraf dem Vertrag gemäss am 20. August 1562
das geliehene Kapital aufkündigte und bis cathedra Petri 1563
die Rückzahlung der ersten Hälfte verlangte, konnte David
diese nicht leisten. Auch an dem neuen Termin (cathedra
Petri 1565), zu dem sich dann Georg Friedrich auf Bitten des
Herzogs Christof von Württemberg verstand, war Paum
gartner zahlungsunfähig 3 ). Der Markgraf Georg Friedrich
ergriff hierauf Besitz von der Herrschaft Hohenschwangau.
Im Jahre 1561 musste David Paumgartner auch das Lehen
Hohenschwangau und seine erst kürzlich erworbene Besitzung
Thannhausen verschreiben. Zusammen mit seinem Verwandten
Oswald von Eck 4 ) nahm er damals am 26. Mai 1561 bei Bona-
’) P. Hektor M a i r s Memorialbuch K fol. 357 ff. (im Augsburger
Stadtarchiv). Bekanntlich fallierte damals auch Johann Jakob Fugger
(1563)-
2 ) A. Kluckhohn: Briefe Friedrichs d. Frommen, Kurfüisten
von der Pfalz, Braunschweig 1868 S. 211 Anm. 1.
3 ) Lori: Geschichte des Lechrains 2. Bd. S. 377. Die Urkunde,
in der David Paumg. Hohenschwangau dem Markgrafen verschreibt,
K blau 382/7 in mehreren Abschriften.
*) Oswald v. Eck, der Sohn des mächtigen Kanzlers Wilhelms IV.
v. Bayern, Leonhard v. Eck, vermochte ebensowenig wie die Paum
gartner sein Erbe zu verwalten. Er geriet in Schulden u. musste seine
Besitzungen Randeck u. Eisenhofen verpfänden u. verkaufen. Eisen-