Object: Die wirtschaftliche Entwickelung der Industrie im Osten und ihre Einwirkung auf das Bevölkerungsproblem

B i K 
Die wirtschaftliche Entwicklung der Industrie im Gsten 23 
Neben den Großbanken und den affilierten lokalen Aktien 
banken wäre es denkbar, Genossenschaftsbanken zur eventuellen In 
dustrialisierung des Ostens heranzuziehen, besonders solche Schultze- 
Delitzschscher Observanz. Ls ist das bisher im großen und ganzen 
nicht geschehen und bei den eigentümlichen Verhältnissen des Gstens 
mit dem Überwiegen der Genossenschaften Raiffeisenscher Obser 
vanz wird diese Entwickelung im allgemeinen als naturgemäß zu 
bezeichnen sein. 
So bietet die wirtschaftliche Lage der östlichen Industrie 
und die versuche, sie zu erweitern, wenn man die natürlichen 
Gegebenheiten, die Lage und die Rapitalbeschaffungs-Hrage ins 
Rüge faßt, kein erfreuliches Bild. Allein aus diesem Grunde 
muß daher schon jeder versuch, künstlich eine Industrialisierung 
des Gstens in die lvege zu leiten, vom wirtschaftlichen Stand 
punkt als höchst bedenklich betrachtet werden. Trotzdem wird 
zuzugeben sein, daß aus den oben angeführten Gründen tech 
nisch ein Fortschritt durch das Eingreifen des Staates auf dem lvege 
derwirtschaftspolitik und Verkehrsstraßenpolitik denkbar erscheint. 
Aber die ganze Angelegenheit wird durch die Arbeiter 
frage in der bedenklichsten weise weiter kompliziert, da zu 
sehr großen Teilen die eventuell zur Verfügung stehenden Arbeiter 
massen Polen sind, und nach Ausweis der neueren Zahlen das 
polnische Element absolut im Vordringen begriffen ist. Nach 
der Reichstagswahlstatistik wurden folgende polenstimmen ab 
gegeben: 1881: 19490, 1890: 246800, 1903: 347800 und 
1907: 453 900. Ls entfielen infolgedessen Abgeordnete: 1881: 
18, 1890: 16, 1903: 16, 1907: 20. Bei dieser zweifellosen 
numerischen Zunahme der Polen speziell im Osten haben wir 
aber seit mehr als einer Generation dort großen, wachsenden, 
allgemeinen Landarbeitermangel, wir können direkt von einer 
Landflucht der Arbeiter aus den östlichen Bezirken sprechen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.