Full text: Arbeiterschaft und Kolonialpolitik

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einheimischen Markt wirken und damit die Arbeitslosigkeit er- 
höhen. 
Die europäischen Staaten werden immer stärker aus den 
asiatischen Handelsbeziehungen ausgeschaltet und diese werden 
immer mehr zu einer innerasiatischen Angelegenheit. So liegt 
heute bereits der Handel in den holländischen und amerika- 
nischen Besitzungen Indonesiens zu 00% in chinesischen 
Händen. 
Britisch-Indien wird in seinen Handelsbeziehungen 
immer stärker auf die asiatischen Nachbarn als auf das Mutter- 
land hingelenkt. Die beherrschende Rolle spielt hier heute be- 
reits Japan, und die politischen Ereignisse der letzten Monate 
lassen darauf schließen, daß Japan, nachdem es sich die Hilfe des 
amerikanischen Kapitals gesichert hat, nicht gewillt ist, sich 
diese Stellung wieder nehmen zu lassen. Wie gering der Anteil 
Europas’ an dem japanischen Außenhandel im Vergleich zu Asien 
und Amerika ist, zeigt die folgende Übersicht: 
von bzw. nach 
‚Einfuhrnach Japan 
(Mill. Ten) 
Ausfuhr aus Japan 
Asien , 
7 
"1924 
1925 
1924 
1925 
"19024 
1925 ! 
1924 | 
fen 
999 
(214 
721 
780 
581 
477 
120 
150 
557 
1000 
783 
1000 
175 
152 
35 
SI 
Amerika . 
Europa 
Australien und Neuseeland 
| 
In der Einfuhr nach Japan aus Asien steht an erster Stelle 
Britisch-Indien mit 573,6 Millionen, von denen 475,6 Millionen 
auf Rohbaumwolle entfallen. Nicht das Mutterland, das un- 
geheuere Gelder für seine Kolonie aufgewendet hat, sondern die 
asiatische Kapitalmacht hat den Hauptnutzen der indischen 
Ausfuhr! Die fortschreitende Industrialisierung Indiens, die 
sich auf dem englischen Arbeitsmarkt auswirkt, kommt zum 
Ausdruck in der Verteilung der verschiedenen Einfuhrartikel. 
Der prozentuale Anteil betrug: 
1013 1023 1924 1025 
Rohstoffe . . so 46 58 
Genußmittel , . 14 14 15 
Fertigfabrikate ,, 17 18 19 . 13 
Halbfabrikate . . 18 18 18 14 
Indien, vor dem Kriege ein ausgesprochenes Rohstoffaus- 
fuhr- und Fertigwareneinfuhrland, führt jetzt selbst in erhöhtem 
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