Full text: Der deutsche Buchhandel

2 __.. VE Die Ausbildung zum Buchhändler. 
Stuttgart führt im Rahmen einer Handelsschule eine Klasse 
für Buchhändler, und in Wien ist die Buchhändlerschaft gegen- 
wärtig im Begriff, für die Lehrlinge Einrichtungen für Fachschul- 
bildung ins Leben zu rufen, doch liegen darüber nähere Mitteilungen 
noch nicht vor. 
Die Fortbildung. 
Es gibt nicht viele Berufe, in denen immer wieder auch die 
Fortbildung so lebhaft erörtert und betrieben worden ist wie 
im Buchhandel. Die dafür geschaffenen Einrichtungen treten unter 
den verschiedensten Bezeichnungen auf, und hier können nicht alle 
Einzelerscheinungen dargestellt, doch soll versucht werden, einen 
grundsätzlichen Überblick zu gewinnen. 
Das Bestreben geht einmal vom Beruf und von seinen Organi- 
sationen aus und versucht von der Sache her die einzelnen Mit- 
glieder zu erreichen. So arbeitet der Bildungsausschuß der Ham- 
burg-Altonaer Buchhändler in Kursen, so schafft sich der Buch- 
händler-Verband „Kreis Norden“, Hamburg, Fortbildungseinrich- 
tungen. Der Württembergische Buchhändler-Verein hat einen stän- 
digen Bearbeiter der Fortbildungsfrage und veranstaltete bisher 
Vorträge, Kurse und Arbeitsgemeinschaften. Der Buchhändlerische 
Fachschulverein in Bayern, e. V., ließ in München Fortbildungskurse 
und Vorträge halten. Nach festem Plan verfahren diese Bestre- 
bungen auch in Breslau. 
Nicht minder lebhaft betätigen sich die Organisationen der An- 
gestellten, die durchweg Kurse oder Arbeitsgemeinschaften zur 
beruflichen Ertüchtigung ihrer Mitglieder durchführen. Es liegt 
ihnen, wie der Geschäftsführer eines solchen Verbandes einmal 
äußerte, nichts an Berufsgenossen, die mangelhaft durchgebildet 
sind und eine Belastung des Verbandes und des Berufs bedeuten. 
Darum versuchen sie ohne Ausnahme das nachzuholen, was bei 
einzelnen die Ausbildung nicht geben konnte. Die Allgemeine Ver- 
einigung der Angestellten des Buch-, Kunst- und Musikalienhandels, 
Sitz Leipzig, z. B. stellt nicht nur ihre Zeitschrift und ihr jährliches, 
Taschenbuch bewußt in den Dienst dieser Aufgabe, sondern veran- 
staltet auch, häufig in Fühlung mit der Deutschen Buchhändler-Lehr- 
anstalt, in ihren Ortsgruppen Vorträge allgemeinbildender und 
berufswissenschaftlicher Art, sowie planmäßige Werkführungen. Von 
besonderem Erfolg sind aber seit 1926 ihre vom Sächsischen Wirt- 
schaftsministerium genehmigten Kurse in der Staatlichen Akademie 
für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig. Diese sind 
Lehrgänge praktischer Betätigung in allen Zweigen buchgewerb- 
lichen Schaffens und lehren unter Anleitung berufener Fachleute 
und Künstler die Arbeitsvorgänge bei der Buchherstellung ver-
	        
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