Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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bediente  *),  die  nordische  Kompagnie  1614 2 ),  und  in  Hamburg,  wohin  der
Anfang,  oder  doch  sicher  die  bessere  Aufnahme  der  grönländischen  Fischerei
durch  Menoniten  gekommen  war  8 ),  dieJslandsfahrer-Brüderschaft  1617*);
die  große  Anzahl  von  Schiffen  verschiedener  Nationalitäten,  welche  nun
ohne  alle  rechtliche  Normen  zur  sicheren  Gewähr  einer  reibungslosen
Arbeit  nach  den  Fischereigründen  ausführen,  führte  1618  in  den  nordischen ­
  Gewässern  zu  einer  kriegerischen  Auseinandersetzung,  deren  Ergebnis ­
  eine  vertragsmäßige  Verteilung  der  Fischereibezirke  unter  die  verschiedenen ­
  Völker  gewesen  ist 5 ).  Während  aber  in  der  Folge  die  moskovi-'
  tische  Gesellschaft  infolge  ungenügender  Fischzüge,  infolge  von  Schiffbrüchen
der  Nordlandsfahrer  und  anderen  Unglücksfällen  sich  bald  wieder  auflöste ­
  0),  arbeiteten  die  Holländer  mit  außerordentlichen  Erfolgen,  sie  richteten ­
  sich  in  Smeerenberg  eine  eigene  Transiederei  ein,  auch  die  Engländer ­
  versuchten  nochmals,  zuerst  unter  einer  Privatgesellschaft  mit
geringem  Erfolg,  dann  unter  Aufsicht  des  Staates  mit  müßigem  Erfolg ­
  den  Fang,  aber  durch  einen  unsinnigen  Raubbau  auch  während
der  Brutzeit  verscheuchten  sie  die  Tiere,  so  daß  schon  1645  die  nordische ­
  Kompagnie  nicht  mehr  um  Erneuerung  ihrer  Privilegien  bat,
daß  die  Transidereien  von  Smeerenberg  verkauft  wurden  und  eingingen,
und  daß  der  Fang  in  jenen  Regionen  frei  gegeben  wurde').
'  Die  Entdeckung  von  zahlreichen  Walfischen  in  der  Davisstraße  um
die  Mitte  des  17.  Jahrhunderts  bedeutet  den  Beginn  einer  dritten
Epoche.  Ein  Versuch  Christians  V.  von  Dänemark,  den  deutschen
Schiffen  1691  den  Fischfang  an  der  grönländischen  Küste  gänzlich  zu
untersagen,  scheiterte  an  dem  starken  bewaffneten  Widerstand  der  deutschen
und  holländischen  Fischereiflotte 8 ),  und  die  ungeheure  Ergiebigkeit  der
neuen  Fischbezirke  mag  die  folgende  Tabelle 8 )  illustrieren,  welche  zugleich ­
  den  Anteil  der  verschiedenen  Nationen  am  Fischfang  zeigt:
1697

Holländer

sandten  aus
129  Schiffe

fingen  Walfische
1255

oder  Fässer  Tran
41  344

Hamburger

51

499’/a

16  414

Schweden

2

113

540

Dänen

4

52

1  710

Bremen  -

12

96

3  790

Emden

2

2

68

Lübeck

1

V.

17

Summa

201

1868

68  883

1)  Ungewitter  1846,  S.  369—370.
2 )  Kriwitz  1844,  S.  488;  Ungewitter  1846,  S.  370.  s )  Hamburg  1805,  S.  95.
4 )  Scherzer  1886,  S.  449.  6 )  Krünitz  1844,  S.  484;  Scherzer  1885,  S.  449.
«)  Krünitz  1844,  S.  484—485.
’)  Krünitz  1814,  S.  488—489;  Ungewitter  1846,  S.  379.
8 )  Ebenda;  Scherzer  1885,  S.  449.  °)  Krünitz  1844,  S.  489.
            
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