Full text : Der Zirkulationsprozess des Kapitals (2.1926)

Zehntes Kapitel

153

prozesses als produktives Kapital fungiert, dagegen innerhalb der
Zirkulationssphäre als Zirkulationskapital, das heißt als Warenkapital
oder als Geldkapital. Je nach der Stelle, die sie im Lebensprozeß des
Kapitals einnehmen, können dieselben Dinge daher bei A. Smith als
fixes Kapital fungieren (als Arbeitsmittel, Elemente des produktiven
Kapitals) und als „zirkulierendes‘‘ Kapital, Warenkapital (als Produkt,
 das aus der Produktionssphäre in die Zirkulationssphäre abgestoßen
 wird).
Aber A. Smith wechselt auf einmal den ganzen Einteilungsgrund
 und widerspricht dem, womit er ein paar Zeilen vorher die
ganze Untersuchung eröffnet hatte. Es geschieht dies namentlich
mit dem Satz: „Es gibt zwei verschiedene Arten, in denen ein Kapital
verwendet werden kann, um seinem Besitzer ein Einkommen oder
einen Gewinn zu verschaffen‘, nämlich als zirkulierendes oder als
fixes Kapital. Danach waren dies also verschiedene Anwendungsweisen
 verschiedener voneinander unabhängiger Kapitale, wie Kapitale
 entweder zum Beispiel in der Industrie oder in der Agrikultur angewandt
 werden können.— Jetzt aber heißt es:,, Verschiedene Beschäftigungen
 erfordern sehr verschiedene Größenverhältnisse zwischen
den fixen und den zirkulierenden Kapitalien, die in ihnen verwendet
werden.“ Fixes und zirkulierendes Kapital sind. jetzt nicht mehr verschiedene
 selbständige Kapitalanlagen, sondern verschiedene Portionen
 desselben produktiven Kapitals, die in verschiedenen Anlagesphären
 verschiedenen Anteil vom Gesamtwert dieses Kapitals bilden.
Es sind also Unterschiede, die aus der sachgemäßen Teilung des produktiven
 Kapitals selbst entspringen, und die daher nur mit Bezug
auf dieses gelten. Dem widerspricht aber wieder, daß das Handelskapital
 als bloß zirkulierendes Kapital dem fixen Kapital gegenübergestellt
 wird, denn Smith selbst sagt: „Das Kapital eines Kaufmanns
ist ganz und gar zirkulierendes Kapital.‘ Es ist in der Tat ein nur
innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital und steht als
solches dem produktiven Kapital, dem dem Produktionsprozeß einverleibten
 Kapital überhaupt gegenüber, kann aber eben deshalb nicht
als flüssiger (zirkulierender) Bestandteil des produktiven Kapitals
dem fixen Bestandteil des produktiven Kapitals gegenüberstehen.
Bei den Beispielen, die Smith gibt, bestimmt er als fixes Kapital
die instruments. of trade [Arbeitsmittel], als zirkulierendes Kapital
den Kapitalanteil, ausgelegt in Arbeitslöhnen und Rohstoffen, Hilfsstoffe
 eingerechnet, „im Preis des Produkts mit einem Gewinn zurückerstattet“
 (repaid with a profit by the price of work).
Also zunächst wird nur ausgegangen von den verschiedenen Bestandteilen
 des Arbeitsprozesses, Arbeitskraft (Arbeit) und Rohstoffen
auf der einen Seite, Arbeitsinstrumenten anf der andern. Diese aber
sind Kapitalbestandteile, weil eine Wertsumme, die als Kapital fungieren
 soll, in ihnen ausgelegt ist. Sofern sind sie die stofflichen Elemente,Daseinsweisendesproduk
 tiven, das heißt des im Produktionsprozeß
 fungierenden Kapitals. Warum heißt nun der eine Teil fix?
            
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