Full text : Der Zirkulationsprozess des Kapitals (2.1926)

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Zweiter Abschnitt

verringerten. überschüssigen Produktionsvorrat auf Seite des Fabrikanten
 der vergrößerte Warenvorrat auf Seite des Baumwollhändlers.
Dieselbe Baumwolle liegt ebenso viel länger auf seinem Lager als
Ware, als sie kürzer auf dem Lager des Fabrikanten als Produktionsvorrat
 liegt..
Bisher nahmen wir an, die Verkürzung der Umlaufszeit im Geschäft
 X rühre daher, daß X seine Ware rascher verkauft oder bezahlt
erhält, respektive bei Kredit der Zahlungstermin verkürzt wird.
Diese Verkürzung ist also abgeleitet aus einer Verkürzung des Verkaufs
 der Ware, der Verwandlung von Warenkapital in Geldkapital,
W’— G, der ersten Phase des Zirkulationsprozesses. Sie könnte auch
entspringen aus der zweiten Phase G—W und daher aus gleichzeitiger
 Aenderung, sei es in der Arbeitsperiode, sei es in der Umlaufszeit
 der Kapitale Y, Z etc., die dem Kapitalisten X. die Produktionselemente
 seines flüssigen Kapitals liefern.
Zum Beispiel, wenn Baumwolle, Kohle ete. bei dem alten Transport
 3 Wochen auf Reisen sind von ihrem Produktions- oder Stapelplatz
 bis zum Sitz der Produktionsstätte des Kapitalisten X, so muß
das Minimum des Produktionsvorrats von X bis zur Ankunft neuer
Vorräte wenigstens für 3 Wochen reichen. Solange Baumwolle und
Kohle sich auf Reisen befinden, können sie nicht als Produktionsmittel
 dienen, Sie bilden jetzt vielmehr einen Arbeitsgegenstand der
Transportindustrie und des darin beschäftigten Kapitals und in
seiner Zirkulation befindliches Warenkapital für. den Kohlenproduzenten
 oder den Baumwollenverkäufer. Bei verbessertem Transport
reduziere sich die Reise auf 2 Wochen. So kann der Produktionsvorrat
 aus einem dreiwöchentlichen sich in einen zweiwöchentlichen
verwandeln, Damit wird das hierfür vorgeschossene Zuschußkapital
von 80 Pfd. Sterl. freigesetzt und. ebenso das von 20 Pfd. Sterl. für
Arbeitslohn, weil das umgeschlagene Kapital von 600 Pfd. Sterl. eine
Woche früher zurückfließt.
Anderseits, wenn zum Beispiel die Arbeitsperiode des Kapitals,
das den Rohstoff liefert, sich verkürzt (wovon Beispiele in den vorigen
Kapiteln gegeben), also auch die Möglichkeit, den Rohstoff zu erneuern,
 kann der produktive Vorraf$ sich vermindern, der Zeitraum
von einer Erneuerungsperiode bis zur andern sich verkürzen.
Wenn umgekehrt die Umlaufszeit und daher die Umschlagsperiode
 sich verlängert, so ist Vorschuß von zuschüssigem Kapital
nötig. Aus der Tasche des Kapitalisten selbst, wenn er zuschüssiges
Kapital besitzt. ‚Dies wird dann aber in irgendeiner Form angelegt
sein, als Teil des Geldmarkts; um es disponibel zu machen, muß es
aus der alten Form losgeschält, zum Beispiel Aktien verkauft, Depositen
 entzogen werden, so daß auch hier indirekte Wirkung auf den
Geldmarkt eintritt. Oder er muß es aufnehmen. Was den für Arbeitslohn
 nötigen Teil des zuschüssigen Kapitals betrifft, so ist er unter
normalen Umständen stets als Geldkapital Vorzuschießen, und hierfür
 übt der Kapitalist X seinen Anteil direkten Drucks auf den Geld-
            
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