Full text: Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 2)

Drittes Kapitel. 
Protest antismus und Gegenreformation im Reiche 
bis zur Sprengung des Reichstages im Jahre 1608. 
Das nächste Jahrzehnt nach dem Augsburger Religions— 
frieden war für die Protestanten in den engeren Grenzen des 
Reiches die Zeit der höchsten Entwicklung ihrer Macht. 
Darüber, daß jetzt die Fortschritte der deutschen Geistes— 
kultur fast ausschließlich auf protestantischer Seite zu suchen 
seien, herrschte nirgends ein Zweifel. Während die höheren 
katholischen Bildungsanstalten zerfielen, während selbst so be— 
deutende theologische Fakultäten, wie die zu Wien, Ingolstadt 
und Köln, im Laufe der vierziger oder fünfziger Jahre des 
16. Jahrhunderts zeitweis gänzlich eingegangen waren, zählte 
das einst kleine Wittenberg um die Mitte des Jahrhunderts 
etwa zweitausend Studierende, und neben ihm blühten im 
Süden das protestantische Tübingen und im Norden das pro— 
testantische Rostock, sowie in Mitteldeutschland die teils neube— 
gründeten, teils neueröffneten evangelischen Hochschulen Jena, 
Marburg und Heidelberg. Unter dem Lehr- und Lernbereich 
der Hochschulen aber, der neben der Theologie hauptsächlich 
noch der Rechtswissenschaft zu gute kam, kräftigten sich auf 
orotestantischem Boden vor allem die mittleren Studien.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.