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ist die Eisenbahnschrottmasse im Nordwesten außerordent
lich groß.
Auf dieser gesunden Grundlage hat denn auch das
Martinverfahren am Niederrhein und in Westfalen einen
gewaltigen Aufschwung genommen und wird wohl in nicht
allzuferner Zeit für diesen Bezirk das einzige Verfahren
bilden zur Massenstahlherstellung. So finden wir denn
unter den dortigen Flußeisenwerken nur ein einziges, das
ausschließlich nach dem Thomasverfahren arbeitet, während
10 Thomasstahl und Martinstahl produzieren, 3 neben
Martinöfen auch noch kleinere Bessemerbirnen in Betrieb
haben und 31 Werke nur Martinstahl erzeugen. Im
Ganzen sind auf diesen Werken vorhanden 9 Besse-
mer und 44 Thomaskonverter, denen 242 Martinöfen
gegenüberstehen mit einem Gesamtfassungsvermögen von
6897 t.
Im Siegerland hat sich neuerdings auch eine blühende
Martinstahlindustrie entwickelt, die jedoch für vorliegende
Arbeit weniger in Betracht kommt, da sie in der Haupt
sache Roheisen zu Stahl umschmilzt.
Der Verein deutscher Eisen- und Stahlindustrieller
stellt seit dem Jahre 1892 Erhebungen an über die Fort
schritte des Siemens-Martinverfahrens in Deutschland. Seit
1900 scheidet die Stahlstatistik desselben Vereins die Her
stellung von Flußstahlblöcken nach dem sauren (Bessemer)
und basischen (Thomas-) Verfahren und nach ihrer Er
zeugung im Konverter und im Siemens-Martinofen und
führt besonders noch Stahlformguß auf.
Nach dieser Statistik, welche seit 1900 unmittelbar
vergleichbar ist, betrug die Erzeugung des deutschen Zoll
gebietes an