Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

590

Bienenhonig.

9  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genußmittel  1904,  8,  110.

Normaler  Honig  zeigt  im  Polarisationsapparat  stets  eine  Linksdrehung,
jedoch  sind  Konilerenhonig  sowie  Könige  von  trocknen  Jahrgängen  infolge
des  Honigtaues,  ferner  solche  mit  hohem  Saccharosegehalt  häufig  rechtsdrehend. ­

Die  Tannenhonige  enthalten  nach  Hilger  und  Wolff 1 )  verschiedene
Dextrin  arten,  welche,  im  allgemeinen  die  Eigenschaften  der  Achroodextrine  teilen;
die  Honigdextrine  haben  je  nach  dem  Koniferenhonig  ein  verschiedenes  spezifisches
Drehungsvermögen,  reduzieren  Fehlingsche  und  Ostsche  Lösung  sowie  Soldainis
Reagens  nur  schwach  nach  einigem  Kochen,  Barfoeds  Reagens  dagegen  überhaupt
nicht;  sie  bilden  keine  Osazone;  einige  werden  von  Gärungsorganismen  angegriffen,
andere  nicht.  Hilger  und  Wolff  erhielten  für  die  Dextrine  aus  4  verschiedenen
Tannenhonigen  folgende  Werte:

Herkunft  und  Jahrgang
des  Koniferenhonigs

Spez.  Drehung  cc [D]

Verhältnis  der
Drehungswinkel

l  g  Dextrin  liefert  hei  der
Inversion  Glykose

No.

des
Honigs

des
Dextrins

einer  io°/ 0 -igen
Lösung  vor
und  nach  der
Inversion

nach  der
Polarisation

nach  dem
Reduktionswert ­


1

Baden,  Kinzigtal  (1902)  .

+  16,87°

+  157,00°

1:0,2945

0,8716  g

0,8720  g

2

Baden,  Murgtal  (1903)  .  .

+  7,90°

+  131,28°

1:0,3330

0,8297  „

0,9080  „

3

Oberelsaß  (1903)

+  12,07»

+  125,59°

1:0.3000

0,7144  „

0,8362  „

4

Wasserburg  am  Bodensee ­
  (1903)

+  8,50°

+119,90»

1  :0,3047

0,6920  „

0,8249  „

Die  Verfälschungen  des  Honigs  bestehen  in  Zusätzen  von  Wasser,  Rohrzucker, ­
  Melasse,  Invertzucker  (Fruchtzucker),  Kunsthonig  (Honigzuoker),  Stärkezuoker
  und  Stärkesirup.  Auch  wird  das  Vorkommen  von  Zuckerhonig  in  künstlichen
Waben  aus  Ceresin  in  der  Literatur  erwähnt.
Bei  hoher  Temperatur  schimmelt  wasserhaltiger  Honig  und  geht  häufig  in
alkoholische,  später  in  saure  Gärung  über.
Bei  längerem  Stehen  scheidet  sich  der  Honig  oft  in  einen  unteren  kristallinischen,
hauptsächlich  aus  Glukose  bestehenden  Absatz  und  einen  oberen  flüssigen  Anteil,
der  hauptsächlich  die  Fruktose  enthält.  Dieser  Umstand  verdient  bei  der  Probenahme ­
  sowie  für  die  Untersuchung  besonders  beachtet  zu  werden.  Der  Honig
muß  stets  gehörig  durchgerührt  und  gemischt  werden,  ehe  man  zur  Probenahme
schreitet.  Die  Mischproben  von  etwa  100  g  sind  in  Gläser  mit  weiter  Öffnung  zu
füllen  und  darin  mit  Kork-  oder  Glasstöpsel  verschlossen  aufzubewahren.
1,  Wasser.  6  g  Honig  werden  mit  25  g  ausgeglühtem  Quarzsand  in  einer
flachen  Platin-  oder  Glasschale  abgewogen,  mit  10  ccm  Wasser  vermischt  und  im
Wasserbade  eingetrocknet.  Das  Austrocknen  geschieht  am  besten  im  Vakuum  bei
100°  (vergl.  auch  unter  Obstkraut  weiter  unten).
Der  Trockenrfickstand  bezw.  Wassergehalt  kann  auch  bestimmt  werden,  indem  man
das  spezifische  Gewicht  einer  etwa  10°/ 0 -igen  unfiltrierten  Honiglösung  bei  15°  bestimmt
und  hieraus  den  Gehalt  an  Trockensubstanz  nach  der  Halenke-Möslingersohen  Tabelle
feststellt.
2.  Spezifisches  Gewicht.  Eine  bestimmte  Menge  Honig  (etwa  30  g)  wird
nach  W.  Lenz  genau  mit  dem  doppelten  Gewicht  Wasser  gelöst,  die  Lösung,
wenn  nötig,  filtriert  und  von  dem  klaren  Filtrat  das  spezifische  Gewicht  bei  15°
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.