[assen und ihm mitteilte, daß unser Schriftführer Adolf
Damaschke sie mit einer kurzen Darlegung der Grund-
lagen der Bodenbesitzreform eröffnen wolle, kam die Ant-
wort, daß er nur Flürscheim als ebenbürtigen Gegner
anerkenne und eine Auseinandersezung mit Damaschke
ablehne. Das war recht schade. Die Berliner sind da-
durch wahrscheinlich um einen genußreichen Abend ge-
kommen.
Die Erfahrungen, die das Deutsche Reich und Preußen
nach der Staatsumwälzung mit Professor Dr. Preuß ge-
macht haben, sind bekannt. Seine Wirksamkeit als demo-
kratischer Staatssekretär des Innern und sein Plan zur
Aufteilung Preußens sichern ihm einen Platz auf den
dunkelsten Blättern der Geschichte unseres Landes.
Ottomar Beta und keine Schriften.
O!: Beta war der Sohn eines bekannten politi-
schen Flüchtlings. Sein wahrer Name war Bett-
ziech. Die Stellung, die er im Bund für Bodenbesitzre-
form einnahm, war eigenartig. Er besuchte unsere öffent-
lichen Versammlungen regelmäßig und trat in diesen
bald als Freund und bald als Gegner auf. Er Hat viele
Aufsätze und Schriften über die Bodenfrage veröffentlicht,
in denen er sich als selbständiger Denker von großer Be-
lesenheit bewiesen hat, der eine starke Empfindung für
Deutschlands Wohl aufwies. Er war nicht leicht zu be-
handeln. Ich habe aber die Teilnahme dieses Mannes
an unseren Veranstaltungen immer gern gesehen, was er
durch große Anhänglichkeit vergolten hat.
Beta war ein ausgesprochener Gegner des Flürscheim-
schen Vorschlages der Verstaatlichung des Bodens durch
Ausgabe von Pfandbriefen. In seinem Hauptwerk
„Deutschlands Verjüngung“, das in Lieferungen erschei-
nen mußtßtte, weil er lange Zeit keinen Verleger dafür
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