Object : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Der  Aufschwungs  der  Handwerksämtcr  im  i6.  Jahrhundert.

keinen  (irund  es  zu  bezweifeln.  Als  nun  die  rigischen  Tischler  g
falls  Neigung  zur  Errichtung  eines  Amts  verriethen,  bemühten
unter  Anerbietung  von  Geld  brieflich  von  Reval  aus  die  Abschri
Schragens  zu  erlangen.  Im  dortigen  Tischleramte  war  man  so
bereit  dazu,  verlangte  aber,  dass  einer  der  Rigenser  persònh^’’
Schrägen  holen  käme.  So  reiste  denn  der  Meister  Peter
1536  zu  Schlitten  nach  Reval  und  holte  sich  die  Kopie,  deren

fort
ilich  den
Rauen
Wortlaut ­
  denn  auch  nach  mehrjährigen  Verhandlungen  mit  dem
sehen  Rathe  von  diesem  als  „Schrägen“  bestätigt  wurdet
Einen  gewiss  nicht  oft  betretenen  Weg  schlugen  flio
mâcher  in  Riga  1595  ein,  um  zu  einem  Schrägen  zu
Sie  beriefen  nämlich  Vertreter  der  Hutmacher-Ämter  aus
Hamburg,  Wismar,  Rostock  und  Mölln  nach  Riga  und
von  diesen  den  Schrägen  aufsetzen,  dessen  Bestätigung  sie
alsdann  vom  Rathe  erbaten.  Warum  gerade  die  genannten^^^^_^^^
ausgewählt  waren,  lässt  sich  heute  nicht  mehr  erklären.  ^

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ist
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dlllL  VVcllcix,
waren  auch  die  Hutmacher-Ämter  anderer  Städte  aufg
worden  mitzuwirken,  unterliessen  aber  dem  Rufe  Folge
Das  Datum  der  Rollen  -der  Hutmacher  in  Wismar  und
nicht  bekannt.  Jedenfalls  bestanden  in  diesen  Städten  (he
schon  längere  Zeit  vor  1574,  aus  welchem  Jahre  uns  ein
samer  in  Lübeck  von  Vertretern  der  Hutmacherzünfte  m  ^
Hamburg,  Lüneburg,  Wismar,  Rostock  und  Mölln  über  jgf
machergesellen  aufl)ewahrt  ist®.  In  Stettin  bestand  ein  >  ^
Hutmacher  seit  1533»,  in  Rostock  ein  Amt  der  Hutfilter
der  Hutstaffirer  seit  1603^  in  Hamburg  ein  Amt  der  «  ¿ie
seit  dem  14.  Jahrhundert,  der  Hutstaffirer  seit  '  ¡¡cM'
Rollen  der  Hamburger  Gewerbetreibenden  sind  verö
Doch  lässt  sich  weder  aus  ihnen  noch  aus  den  handschn^^
in  Rostock  eine  in  die  Augen  springende  Übereinstimtn^
dem  rigischen  Schrägen,  der  uns  erst  in  einer  i<x)  Jan*'  ‘
Redaction  aufbewahrt  ist,  erkennen.
Haben  wir  in  den  vorstehend  erzählten  Fällen  sichere  jgii
punkte  für  den  Ursprung  der  Schrägen,  so  mag  schliesslio  i

yOH
1  Nach  einer  Eintragung  im  Meisterbuch  der  rigischen  Tisc
abgedr.  „Rigaer  Tageblatt“  1891,  Nr.  243.  S-  ^
2  Rüdiger,  Ältere  Hamburgische  Handwerksgcsellcndocuraente.
3  Blümcke,  Die  Handwerkszünfte  Stettins.  1884,  S.  25.
4  Rollenbücher  im  Stadtarchiv  zu  Rostock.  Ropl^
5  Rüdiger,  Die  ältesten  Hamburgischen  Zunftrollen,  S.  iio
Hamburger  Kämmereirechnungen,  Bd.  1.

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