Object: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

ERSTER TEIL 
GEOGRAPHISCHE GÜTERLEHRE 
i. DIE KORNKAMMERN DER ERDE 
Unter den zahlreichen Pflanzen, die dem Menschen zur Nahrung 
dienen, stehen allen an Bedeutung weit voran die mehlgebenden 
Körnerfrüchte. Sie sind die eigentlichen Brotfrüchte der Mensch- 
heit, Ihr Anbau ist uralt, und sie wurden dadurch, daß sie einjährig 
sind und durch Aussaat fortgepflanzt werden müssen, die Erzieher 
des Menschen zu regelmäßiger, in bestimmter Folge wiederkehrender 
Tätigkeit und damit. zur Seßhaftigkeit, dem Anfang jeglicher Kultur. 
Da der Mensch die Getreidegräser als eine der Hauptgrundlagen 
seiner Ernährung überall anbaute, wo Bodenbeschaffenheit und Klima 
88 erlaubten, haben sie in beiden Erdhälften ein weites Verbreitungs- 
gebiet. Aus klimatischen Gründen fehlen sie nur in den polaren 
Zonen und in den extrem trockenen Subtropen, sowie in den Gebirgs- 
regionen. wo die Höhengrenze ihres Vorkommens naturgemäß je nach 
Erzeuger 
in Mill bush. 
7927 76° 
PP 
“200 Milk 
OF) fm 
Ze 
Il. Zunahme des Weizenanbaus in den westlichen Prärieprovinzen Kanadas. 
Der prozentuale Zuwachs in den östlichen Provinzen bezieht sich auf nur kleine absolute Mengen. 
der Breitenlage verschieden ist. Immerhin umfaßt das Gesamtanbau- 
gebiet der Körnerfrüchte im ganzen nur etwa 4 Mill. qkm, d. h. also 
sine Fläche von annähernd der neunfachen Größe des Deutschen Reiches. 
Allerdings wird diese Fläche durch Urbarmachung von Urwald und 
Sumpfgebieten und durch Eindringen des Ackerbaus in Steppenländer 
und kältere Gebiete mittels verbesserter Bebauungsmethoden und Züch- 
sung von Sorten mit kurzer Vegetationsperiode ständig vergrößert. Das 
Vordringen des Weizenanbaus in Kanada nach Westen und Nordwesten 
Zibt dafür ein gutes Beispiel. 
Die polaren Getreidegrenzen (vgl. Abb. 17, S. 33). In weiten Gebieten 
des Nordens genügen die klimatischen Bedingungen für den Bau von Körner- 
(rüchten nicht mehr. Die nördliche Getreidegrenze hat ihre polnächste 
Lage im Westen Eurasiens, wo sie an der milden Westküste Norwegens 
den 70. Breitenkreis erreicht. Von Schweden bis zum Ural schwankt sie um
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.