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EINLEITUNG
hundertelang, teilweise bis zur Gegenwart, durch religiöses Gebot niederzehalten.
In Deutschland ging der Weinbau im fünfzehnten Jahrhundert
infolge der Ausbreitung der Klöster mit ihrem Bedürfnis nach Wein
für kirchliche und profane Zwecke bis zur Ostsee und zur Weichsel.
Mit der Reformation setzte ein Rückgang des Weinbaus ein, ebenso
3in solcher der Fischzucht, die die Hauptspeise für die Fastenzeit
zeliefert hatte. Andrerseits gewannen die großartigen Fischereigründe
Norwegens, Islands, der Neufundlandbank erst gesteigerten Wert, als
'hnen der Weltverkehr den Absatzmarkt für Stockfische in den Länlern
der römisch- und griechisch-katholischen Kirche eröffnete. Noch
nanche andere interessante Beziehungen dieser Art könnten genannt
werden. Hier sei nur noch daran erinnert, welche Bedeutung die
zirchlichen Feste für den Jahrmarktsverkehr vieler kleiner Orte haben,
von denen sich manche auf dieser Grundlage zeitweise zu weit wirken-Jen
Meßplätzen auswuchsen. Eine entsprechend gesteigerte Einwirkung
aaben die großen Wallfahrtsorte der katholischen und der islamitischen
Länder auf die wirtschaftliche und verkehrsgeographische Entwicklung
lieser Plätze ausgeübt,
So haben Natur und Mensch, Objekt und Subjekt der Wirtschaft,
in jahrtausendelanger Wechselwirkung und allmählicher Entwicklung
len gegenwärtigen Zustand, das heutige Gesicht der Erde als Wirtschaftsraum
entstehen lassen. Und es ist Pflicht und reizvolle Aufzabe
des Wirtschaftsgeographen, bei seinen stofflichen Betrachtungen,
lie sich mit den Standorten der Gütererzeugung, der Art und Menge
der Produkte und mit ihrem Transport befassen, zur Erklärung
und zum tieferen Verständnis dieser wirtschaftsgeographischen Erscheinungen
jene Grundlagen physischer und menschlicher Herkunft
aeranzuziehen.