Full text : Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

54 ERSTER TEIL: GEOGRAPHISCHE GÜTERLEHRE

die klimatischen Vorteile ihrer südostasiatischen Heimat gewähren. Die
Ausfuhr der Vereinigten Staaten ist noch gering und geht zu acht
Zehnteln nach Kanada. Aber in England tritt doch Amerika auch
schon auf dem europäischen Agrumenmarkt als Mitbewerber auf.
Von den übrigen Südfrüchten sei noch der Mandeln von Italien,
Spanien und Palästina, der Feigen von Italien, Griechenland, Kleinasien
 (Smyrna) und Algier, der Datteln von Algier und in edelster
Fruchtform von Tunis kurz Erwähnung getan.
Tropische Früchte. Die tropischen Früchte konnten als Welthandelsartikel
 erst Bedeutung erlangen, nachdem die gesteigerte Schnelligkeit
 der Verkehrsmittel und die Erfindung der Kühlanlagen es ermöglichten,
 sie in frischem Zustand auf weite Entfernungen zu transportieren.
Unter diesen Voraussetzungen hat in den letzten Jahren die Banane
in unglaublich kurzer Zeit einen Siegeszug durch die ganze Welt vollendet.
 Selbst auf den kleinen Bahnstationen Lapplands wird sie dem
Reisenden als willkommene
 Erfrischung angeboten.
 — Die Banane ist
eine echt tropische Pflanze,
 die bei tiefgründigem
Boden hohe mittlere Jahreswärme
 und reiche
Niederschläge verlangt.
Jede Pflanze treibt in
8 —9 Monatenimmer nur
einen Büschel, der in
6—9 „Händen“ 100—150
Früchte trägt. Dergrößte
Feind der Bananenkultur
ist die Gewalt tropischer
Wirbelstürme, die oft A re e————————— ——
ganze Pflanzungen in we- 5. Bananenernte und Wirbelstürme auf Jamaika.
. . x (Nach R. Lütgens.)
nigenMinutenvernichtet.
Von den zahlreichen Spielarten der Gattung Musa ist die sogenannte
Obstbanane zur Welthandelsware geworden, während die Mehlbanane
als Nahrungsmittel der Eingeborenen die größere Rolle spielt. In
Südostasien beheimatet, wurde die Banane über die Kanarischen Inseln
von den Spaniern Anfang des 16. Jahrhunderts nach Westindien
and Mittelamerika gebracht, wo sie die günstigsten Wachstumsbedingungen
 vorfand und sich seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts
 zu einem Exportgut ersten Ranges entwickelte. Von Jamaika
und Kuba griff der Anbau im großen bald nach dem mittelamerikanischen
Festland und nach Kolumbien über. Das neueste Ausbreitungsgebiet
ist das Ufergelände des Gatunsees in der Panamakanalzone. Heute
liegt der Schwerpunkt der Erzeugung in den Tieflandsgebieten der
Karaibischen Küste. Da die dort ansässige Küstenbevölkerung bei
weitem nicht die nötigen Arbeitskräfte zu stellen vermag, wurden
Neger aus Jamaika und anderen westindischen Inseln in großen Mengen
herbeigezogen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.