Object: Die Praxis der bürgerlichen Klassenjustiz im Kampfe gegen die revolutionären Bewegungen der Werktätigen, nationalen Minderheiten, Kolonial- und Halbkolonialvölker

sachen, die uns kaum glaubwürdig erscheinen würden, wenn wir 
nicht Aehnliches von den anderen Terrorländern kennen würden. Es 
sind sogar Aerzte gerufen worden, um bei diesen Torturen zu helfen. 
Ich verstehe nicht, wie sich Aerzte dazu bereit finden können, da 
solche Dinge den Pflichten eines Arztes ganz und gar widersprechen. 
Ich möchte dann noch den Fall Pawel Tkatschenko erwähnen. 
Nachdem es ihm einige Male gelungen war, in Freiheit zu kommen, 
wurde er wieder verhaftet, auf die schändlichste Weise gefoltert und 
später von der Siguranza ermordet. 
In Polen kommen täglich Erschießungen und Mißhandlungen 
von Demonstranten und streikenden Arbeitern vor. Wegen poli- 
tischen Verdachts werden Tausende verhaftet, Im April 1926 allein 
wurden 1379 Personen verhaftet, 
Wenn wir von den faschistischen europäischen Staaten den Blick 
nach China wenden, so finden wir dasselbe Bild. Auch dort geht ein 
Blutregime vor sich, Ueber das Regime der „linken Kuomintang 
möchte ich folgende Tatsache anführen: 
„Am 14, August in Hankau erklärte Wan-Tin-Wei auf einer 
Versammlung der Kuomintang-Agitatoren: 
Wir versammelten uns hier, um einen Kampfplan nicht zum 
Leben, sondern zum Tode der Kommunisten :auszuarbeiten, Unsere 
erste Aufgabe ist augenblicklich die endgültige Vernichtung der Kom- 
munisten und ihrer Partei," 
Und tatsächlich, im ganzen Gebiete der Wu-Han-Regierung 
Massenverhaftungen und Massenhinrichtungen aller, die der Zuge- 
hörigkeit zur Kommunistischen Partei verdächtig sind. 
Aus Schanghai wird am 14, November berichtet: 
„Nach Bericht ‚chinesischer Zeitungen haben die Truppen Fen- 
Yu-Sians eine Vertilgungskampagne gegen die Mitglieder der Bauern- 
organisationen „Rote Lanze” und „Tor des Himmels” in der Provinz 
Honan geführt, Die Strafexpeditionen haben ganze Dörfer vollkom- 
men vernichtet. Die Zeitungen geben die Zahl der Hingemordeten 
mit 30 000 bis 80 000 an.“ 
Als Resumee des Terrors in China möchte ich die Worte des ehe- 
maligen Außenministers Tschen anführen. Er sagte folgendes: - 
„Seit der Revolution 1911 bringt das chinesische Volk unzählige 
Opfer im Kampfe um seine Befreiung. Infolge der Isolierung der ein- 
zelnen ungeheuren Gebiete, auf welchen die Truppen der Imperia- 
listen und der Verrätergenerale wüten, kann man schwer von einer 
Statistik sprechen. Ueber die Zahl der Opfer kann man nur auf Grund 
abgerissener Zeitungsberichte, welche in die Presse dringen, urteilen. 
Der Terror verschärft sich derzeit infolge des Feldzuges auf die 
Kommunisten und auf alle Arbeiter- und Bauernorganisationen, deren 
Tätigkeit den Imperialisten unerwünscht ist. Die tierische Behand- 
lung, der die chinesischen Städte und Dörfer unterliegen, wird haupt- 
sächlich durch die demoralisierten Militärbanden verübt, Die bürger- 
lichen Behörden, denen Verhaftete in die Hände fallen, genießen die 
besonders verdiente Reputation der Grausamkeit, sie verüben die 
schlimmsten Folterungen, die in Europa gar nicht bekannt sind.” 
Die neueste Statistik über den weißen Terror in China — das 
Material wurde hier verteilt — gibt folgende Zahlen: Vom März bis 
August 1927 29 430 Personen ermordet und 31 300 verwundet. Wenn 
man die Gesamtzahl der Opfer nimmt, so sind es 513 000 für diese Zeit. 
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