Object: Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)

BSildende KRunst. 
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nur die organische Schwingung übrig geblieben, die heute — 
ähnlich einer verwandten pflanzlich-ornamentalen Schwingung 
des romanischen Stils — unser ganzes Kunstgewerbe, vom Buch— 
druck in seinen ornamentalen Teilen bis zur Möbelindustrie, 
durchsetzt. 
Es ist ein Vorgang von großem entwicklungsgeschichtlichen 
Interesse. Denn wie diese neue Pflanzenornamentik der alten 
der Urzeit und, ihrem Formgehalt nach, auch der Tierorna⸗ 
mentik der Urzeit so überaus ähnlich ist — es ist davon schon 
die Rede gewesen — so hat auch die urzeitliche Ornamentik 
die gleiche Auflösung ihres organischen Ornaments in einzelne 
Teile und das selbständige Fortleben dieser Teile erlebt. Nur 
daß der Vorgang, der sich zu unserer Zeit in wenigen Jahren 
vollzog, dort zur Vollendung mehrerer Jahrhunderte bedurfte. 
Um so viel leben wir rascher, als unsere Ahnen! 
Neben dem Formenidealismus in Ornament und Plakat— 
stil — die ja beide schließlich nur durch den Stoff der Dar— 
stellung getrennte Entwicklungen von gleicher Grundlage her 
sind — hat sich im psychologischen Impressionismus aber auch 
ein Gehaltsidealismus entwickelt. Und dieser Vorgang ist von 
mindestens gleich hohem Interesse. 
Der primitive Gehaltsidealismus wird immer Stimmungs— 
idealismus sein. Fraglich bleibt dabei bloß, woher die 
Stimmung genommen wird, die das Kunstwerk erfüllen soll. 
Sie kann persönlich sein im höchsten Sinne des Wortes: so 
war es bei den großen Idealisten der Übergangszeit der Fall. 
Darum sind sie alle anfangs nicht verstanden worden, haben alle 
anfangs leiden und kämpfen müssen. Sie kann aber auch all— 
zemeiner einer gewissen Zeit, einer gewissen Umwelt entspringen, 
wobei dem einzelnen Künstler der persönliche Anteil an seinen 
Schöpfungen dennoch gewahrt wird, wenn er auch in diesem 
Falle weit mehr als Vertreter seiner Zeit, denn als Vorläufer 
der Formkunst auftritt. Dieser zweite Fall trifft nun im all— 
gemeinen für die Stimmunaskunst des psychologischen Im— 
pressionismus zu. 
Nicht als ob sie deshalb nicht an die allgemeinen Stim—
	        
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