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dann im Bestande ihres Straßennetzes immer stärker hinter dem Durchschnitt
sämtlicher preußischen Provinzen zurückbleiben, was gerade im Zeitalter des Kraft-
wagens für die gesamte Wirtschaftslage von Ostpreußen schwere Folgen nach sich
ziehen müßte. Dieser Gefahr läßt sich nur dadurch begegnen, daß der Staat den
Straßenneubau in Ostpreußen im Laufe der nächsten 30 Jahre mit einer jährlichen
Beihilfe von etwa 6 bis 7 Millionen RM. fördert. Erst dann ist es möglich, das
Straßennetz der Provinz Ostpreußen bis zum Jahre 1960 auf die gleiche Eng-
maschigkeit zu bringen, die im Durchschnitt der preußischen Provinzen bereits ein
Menschenalter früher vorhanden war. Eine solche Verbesserung der Verkehrs-
verhältnisse wird sich zweifellos im Sinne der Bevölkerungszunahme dieses dünn
besiedelten Gebietes stark auswirken, den Arbeitsmarkt für Jahrzehnte kräftig
beleben und die schwierige Lage der ostpreußischen Wirtschaft nachhaltig er-
leichtern.