Full text: Das wahre Wesen und die wahren Aufgaben der Arbeitslosenversicherung und produktiven Arbeitslosenfürsorge

wenn es sich um allgemeine und chronische Arbeits- 
losigkeit und daher um eine dauernde und hohe Belastung 
einer an sich schon stagnierenden Wirtschaft handelt, die 
vielleicht noch in erheblichem Ausmaße auf den Export 
angewiesen und daher gegen Verringerungen der AÄbsatz- 
fähigkeit besonders empfindlich ist, dürften unsere bis- 
herigen Ausführungen deutlich genug erkennen lassen. 
C. Die Beitragsquote der öffentlichen Körperschaften. 
Diese Beitragsleistung steht praktisch in einem so ge- 
ringen Verhältnisse zu den Leistungen der Arbeitnehmer 
und Arbeitgeber, daß wir uns hier recht kurz fassen können. 
Die Zahlungen seitens des Staates (des Landes, der 
Gemeinde) belasten das Budget und zwingen daher zu er- 
höhter Einnahmewirtschaft. Diese Einnahmen werden zum 
überwiegenden Teile in der Form von Steuern erzielt, die 
bekanntlich entweder Einkommen und Erträge direkt treffen 
und nach diesen bemessen werden, oder die das Einkommen 
der Wirtschaftssubjekte indirekt treffen, indem sie auf 
irgend welche Weise mehr oder minder unmittelbar den 
Konsum belasten. Zu den Eingängen aus den letzteren 
wären in diesem Zusammenhange neben den Einnahmen 
aus den eigenflichen Verbrauchssteuern die Eingänge aus 
den Finanzmonopolen, Finanzzöllen, aus der heute vielfach 
eingebürgerten Warenumsatzsteuer u. s. f. zu rechnen. 
Heute sind in den meisten Staaten, besonders in den 
Ländern mit derzeit vorherrschender starker Arbeitslosigkeit, 
auf die es uns hier ankommt, die direkten Steuern derart 
ausgebaut und angesetzt, daß hier ein weiteres Anziehen 
der Steuerschraube aus wirtschaftspolitischen, finanzpolitischen 
(es gibt auch in der Steuerwirtschaft ein Ertragsoptimum, 
das auf die Dauer durchaus nicht beim denkbar höchsten 
Steuersatze erzielt wird) und dergleichen Gründen untunlich 
erscheint. 
Eine Vermehrung der Einnahmen vermag daher heute 
vielfach nur durch Steigerung der indirekten Besteuerung 
zu erfolgen. Da letztere, wie eben erwähnt, den Konsum 
treffen — übrigens auf Grund der Wirksamkeit derselben 
ökonomischen Gesetze, deren Wesen wir unter Punkt B 
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