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{altigen Schwierigkeiten, mit denen die ostpreußische Landwirtschaft zu
zämpfen hat.
Das Ergebnis der Reise war die Feststellung einer erschreckenden Notlage
der ostpreußischen Landwirtschaft, die vor allem in der Überschuldung einer sehr
großen Zahl von Betrieben zum Ausdruck kam. Die Gefahr, daß sich daraus ein
Massenzusammenbruch landwirtschaftlicher Betriebe entwickeln und dann im
weiteren Verlauf der Krise infolge der bestehenden Verflechtungen schließlich auch
der heute noch gesunde Teil der Betriebe und die ganze Geschäftswelt der Provinz
in Mitleidenschaft gezogen würde, veranlaßte den Unterausschuß, noch vor dem
andgültigen Abschluß seiner Erhebungen :in einem der Reichsregierung erstatteten
vorläufigen Gutachten vom 22. November 1928 seine Beobachtungen dar-
zulegen und Abhilfevorschläge zu machen. Im weiteren Verlauf seiner‘ Unter-
suchungen hat er dann seine Unterlagen durch Vernehmung von Sachverständigen
and Einforderung von Gutachten noch wesentlich ergänzt.
Der vorliegende endgültige Bericht gibt in den drei ersten Abschnitten ein
Bild der durch die Erhebungen festgestellten tatsächlichen Verhältnisse, In Teil IV
sind außerdem, einem vom Herrn Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft
gemäß $ 5 Absatz 2 des Gesetzes über einen Ausschuß zur Untersuchung der Er-
zeugungs- und Absatzbedingungen der deutschen Wirtschaft vom 15. April 1926
zeäußerten Ersuchen entsprechend, Vorschläge zur Behebung der Notlage der ost:
areußischen Landwirtschaft gemacht.
Ein besonders wertvolles Material für die Beurteilung der Lage wurde von
dem Herrn Reichsminister der Finanzen zur Verfügung gestellt, der auf den Wunsch
des Unterausschusses für Landwirtschaft eine Erhebung über die Verschuldung
der ostpreußischen Landwirtschaft anordnete, deren Ergebnisse in der Anlage VII
zusammengestellt und auf der beigehefteten Karte auch graphisch veranschaulicht sind.
Der Entwurf zu dem vorliegenden Bericht wurde ausgearbeitet von der für
die Untersuchung Ostpreußens eingesetzten Arbeitsgruppe unter Leitung des Mit-
zlieds des Enquete-Ausschusses von Saucken. Als Sachbearbeiter war der
Arbeitsgruppe Dr. Frhr. von Buxhoeve den beigegyehen.