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2. Kap. Volkszahl und Volkswachstum 327
iberaus wichtige Voraussetzung aller Gütererzeugung ist.. Schon
vor Jahren hat F. Eulenburg darüber gesagt: „Erst durch die
‚ußerordentlich starke Volksvermehrung, die dauernd auf den
Nahrungsspielraum drückte, waren wir imstande, die ganze moderne
adustrielle Entwicklung durchzusetzen, die eine so große Vermehrung
les Gesamtreichtums, eine so kolossale Vermehrung der Kultur-
güter herbeigeführt hat. Die Volksvermehrung ist so wenig schuld
an sozialen Mißverhältnissen gewesen, daß erst durch diese Volks-
vermehrung unsere ganze wirtschaftliche Kultur möglich wurde-
Unser nun einmal auf äußere Kulturgüter aufgebautes Leben ist nur
nNöglich geworden durch die starke Bevölkerungszunahme, durch
den kolossalen Geburtenüberschuß, den wir erlebt haben. Nur weil
Menschenmaterial vorhanden war, haben wir das alles schaffen können.
Die dichte Bevölkerung war überhaupt die Bedingung unserer
ganzen modernen Kultur“!). Sombart hat gezeigt, wie die Ent-
faltung des modernen Kapitalismus, der doch die Vorbedingung
unserer ganzen industriellen Entwicklung war, auf das engste davon
abhing, daß ihm die nötigen Arbeitskräfte zur Verfügung standen ?).
Man mag über den Kapitalismus und seine sozialen Schatten-
seiten denken, wie man will, es ist unbestreitbar, daß wir es dieser
Entwicklung zu verdanken haben, wenn in den Kulturstaaten Europas
heute etwa doppelt so viele Menschen ungefähr doppelt so gut
leben als dies vor 100 Jahren der Fall war. So liegen doch die
Dinge nicht, wie Höllein meint, daß die Anhänger eines starken
Volkswachstums „eine ständige große Reservearmee von Hand- und
Kopfarbeitern zur Aufrechterhaltung ihrer auf Ausbeutung und Unter-
drückung gerichteten Klassendiktatur über das Millionenheer der
Werktätigen“ brauchen und daß den Anhängern eines starken Volks-
wachstums keine andere Idee vorschwebe, als nur die eine, große
Massen zur Ausbeutung zur Verfügung zu haben ®. Später wird noch
zinmal auf diesen Zusammenhang zurückzukommen sein.
Wenn man aber den positiven Einfluß steigender Volkszahl auf
den Gang der Wirtschaft und damit auch auf die Steigerung der
durchschnittlichen Lebenshaltung und wirtschaftlichen Kultur unter
Jestimmten Voraussetzungen anerkennt, dann muß man sich auch
umgekehrt die Frage vorlegen, wie denn eine Stagnation oder gar
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s 3 F. Eulenburg, Der Geburtenrückgang, Z. f. Sexualwissensch., Bd. ı, 1914,
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®) Das Wirtschaftsleben, a. a, O., Kap. 19/25.
Ya, a. 0.5.8.
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