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des Kredites des Einlegers und dies Verfahren hat sich in neuerer
Zeit auch auf dem Kontinente in erheblichem Maße erweitert,
Ungleich bedeutsamer ist heutigen Tages 3, der Effekten-
lombard, bei welchem Wertpapiere als Pfand der Bank übergeben
werden. Hierdurch ist auch Derjenige imstande, Darlehen von der
Bank zu erhalten, der mit ihr in keinem dauernden Geschäftsverkehr
steht, und sie daher seine Kreditwürdigkeit nicht beurteilen kann. Ein
Gutsbesitzer, der in momentaner Geldverlegenheit ist, aber nur für
kurze Zeit ein Darlehen braucht und Wertpapiere besitzt, übergiebt
davon eine entsprechende Summe und erhält für dieses Faustpfand
das verlangte Darlehen, da die Bank uun eine reale Sicherheit in der
Hand hat und nicht allein auf die persönliche angewiesen ist. Die
Bank beleiht nicht den vollen Wert des Faustpfandes, sondern nur
einen Teil desselben (75-—90 %,), um auch bei Kursschwankungen der
Papiere ausreichend gedeckt zu sein, indem sie den Einleger zur Nach-
lieferung von Papieren verpflichtet, wenn der Kurs sinkt. Solange die
Bank sich darauf beschränkt, nur sichere Papiere mit geringen Kurs-
schwankungen zu lombardieren, ist für sie ein Risiko nicht damit ver-
bunden, dagegen wächst dasselbe mit der Unsicherheit des Papieres,
wie bei Staatsobligationen von Ländern in gefährdeter Finanzlage, ganz
besonders bei Aktien, deren Wert von den Konjunkturen abhängt.
Für die Notenbanken ist deshalb die Zahl der Papiere, welche lombar-
diert werden dürfen, sehr beschränkt. Privatbanken sind namentlich
in Zeiten mit hochgehender Spekulation und bei ‚starkem Geldbedarfe
ausgedehnt der Versuchung unterlegen, gegen hohen Zins unsichere
Aktien zu beleihen, und dann zu Grunde gegangen. Sie unterstützten
die übermäßige Gründung von Aktiengesellschaften durch die unvor-
sichtige Lombardierung der neuausgegebenen Aktien.
Für Lombarddarlehen werden in der Regel höhere Zinsen be-
ansprucht, als für Darlehen gegen Wechsel. Bei der Reichsbank 1%,
mehr als auf Wechsel, weil das Pfandobjekt von der Bank nicht ver-
wertet werden kann, sondern aus dem Verkehre gezogen ist, während
der angekaufte Wechsel zur Verfügung der Bank bleibt.
Die Reichsbank hatte am 31. Dez. 1901 6637 Stück in Lombard,
worauf 161 Millionen ausgeliehen waren, Im Laufe des Jahres wurden
1515 Millionen Mk, in Lombarddarlehn gewährt, Von den am Schlusse
des Jahres ausstehenden Darlehn waren 154,5 Millionen auf Wert-
papiere, 2800 Mk. auf Gold und Silber, 6,8 Millionen auf Waren
erteilt.
Eflekten-
lombard
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Die geschichtliche Entwickelung des Wechsels.
W. Endemann, Studien in der romanisch - kanonistischen Wirtschafts- und
Rechtslehre bis gegen Ende des 16. Jahrh., Bd. I, Berlin 1874.
J. E. Kuntze, Deutsches Wechselrecht. III. Exkurse über Geschichte, Gesetz-
gebung und Theorie des Wechselrechts, Leipzig 1862.
Lastig, Entwickelungswege und Quellen des Handelsrechts. Stuttgart 1877,
Adolf Schaube, Studien zur (‚eschichte und Natur des ältesten Cambium.
Jahrb. £f Nationalökonomie 1895. Ba. X
Der Schwerpunkt der Bankthätigkeit liegt heutigen Tages in dem
Wechselveschäft. Um dieses zu verstehen ist es notwendig, die Natur