Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

(780) 1862 Juni 18 
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80. Marx an Engels; 1862 Juni 18. 
18. Juni 1862. 
Lieber Engels, 
Es ist mir höchst ekelhaft, Dich wieder von meiner Misere zu 
s unterhalten, aber que faire? Meine Frau sagt mir jeden Tag, sie 
wünschte, sie läge mit den Kindern im Grab, und ich kann es ihr 
wahrlich nicht verdenken, denn die Demütigungen, Qualen und 
Schrecken, die in dieser Situation durchzumachen sind, sind in 
der Tat unbeschreiblich. Die 50 £ sind, wie Du weißt, für Schul- 
vo den ausgegeben worden, von denen nicht die Hälfte damit be- 
zahlt werden konnte. Die 2 £ für Gas. Das Lausegeld von Wien 
geht erst Ende Juli ein und wird verdammt wenig sein, da die 
Hunde nicht einmal wöchentlich 1 Artikel jetzt drucken. Dazu 
nun wieder die neuen Ausgaben seit Anfang Mai. Ich will gar 
‚ nicht von der in London wirklich gefährlichen Situation sprechen, 
ohne einen Centime während 7 Wochen zu sein, da dies sich bei 
uns chronisch wiederholt. Aber so viel wirst Du aus eigner Er- 
fahrung wissen, daß es beständig laufende Ausgaben gibt, die 
bar bezahlt werden müssen. Das geschah nun durch Wieder- 
» versetzen der Ende April aus dem Pfandhaus geholten Sachen. 
Aber schon seit Wochen ist diese Quelle so erschöpft, daß meine 
Frau vor einer Woche den „vergeblichen‘“ Versuch machte, 
Bücher von mir zu verklopfen, Die armen Kinder tun mir um 
so mehr leid. als dies alles in dieser Exhibition season vorfällt, 
es wo ihre Bekannten sich amüsieren und sie nur Schrecken durch- 
machen, daß nur Niemand sie besucht und den Dreck durch- 
schaut. 
Im Übrigen arbeite ich jetzt stark drauflos, und sonderbarer 
Weise ist mein Hirnkasten unter all der misere ringsherum besser 
z im Gang als seit Jahren. Ich dehne diesen Band mehr aus, da die 
deutschen Hunde den Wert der Bücher nach dem Kubikinhalt 
schätzen. Nebenbei bin ich nun endlich auch mit der Grundrent- 
scheiße (die ich aber nicht in diesem Teil auch nur an- 
deuten will) im Reinen. Ich hatte seit lange misgivings über 
die völlige Richtigkeit der Ricardo] schen Theorie und habe end- 
lich den Schwindel ausgefunden. Auch. sonst für das, was schon 
in diesen Band kommt, einige hübsche und überraschende neue 
Sachen entdeckt, seit wir uns nicht sahen. 
Mit dem Darwin, den ich wieder angesehn, amüsiert mich, daß 
« er sagt, er wende die „Malthussche“ Theorie auch auf Pflanzen 
und Tiere an, als ob bei Herrn Malthus der Witz nicht darin be- 
stände, daß sie nicht auf Pflanzen und Tiere, sondern nur auf 
Menschen — mit der geometrischen Progression — angewandt 
wind im Gegensatz zu Pflanzen und Tieren. Es ist merkwürdig,
	        
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