Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

32 
(785) 1862 Juli 30 
dem Gebirg von Union-feeling noch da war, geht jetzt bei der 2. Be- 
setzung von Kentucky und Tennessee sicher verloren. 
Kriegen sie Missouri, so kriegen sie auch die territories, und 
dann kann der Norden einpacken. 
Wie gesagt, wenn der Norden nicht sofort revolutionär auftritt, 
kriegt er heillose Prügel und verdient sie — und so scheint es. 
Wie geht’s Jennychen? 
Grüße Deine Frau und die Kinder. 
Herzlich Dein F. E. 
786. Marxan Engels; [1862] Juli 30. 
30. Juli. 
Lieber Engels, 
Aus den einliegenden Wischen siehst Du teilweise, wie ich bin 
bothered. Der landlord hat sich bisher beschwichtigen lassen, hat 
25 £ zu bekommen. Der Klaviermann, der Ratenzahlungen für ı5 
das Klavier bekommt, sollte schon am letzten Juni 6 £ erhalten, 
und ist ein sehr grober Lümmel. Steuerzettel für 6 £ liegen mir 
im Haus. Den Schuldreck von ungefähr 10 £ habe ich glücklicher- 
weise bezahlt, da ich alles tue, um den Kindern direkte Demüti- 
gungen zu ersparen. Dem Metzger habe ich 6 £ abgezahlt (und z 
dies war meine Gesamteinnahme eines Vierteljahrs von der 
„Presse“1), aber der Kerl tritt mich wieder, nicht zu sprechen von 
Bäcker, tea grocer, greengrocer und wie all das Teufelszeug heißt. 
Der jüdische Nigger Lassalle, der glücklicher Weise Ende die- 
ser Woche abreist, hat glücklich wieder 5000 Taler in einer fal- 2 
schen Spekulation verloren. Der Kerl würde eher das Geld in den 
Dreck werfen als es einem „Freunde“ pumpen, selbst wenn ihm 
Zinsen und Kapital garantiert würden. Dabei geht er von der An- 
sicht aus, daß er als jüdischer Baron oder baronisierter (wahr- 
scheinlich durch die Gräfin) Jude leben muß. Denk Dir, daß der z 
Kerl, der die Geschichte mit Amerika usw. weiß, also die Krise 
kennt, in der ich mich befinde, die Frechheit hatte, mich zu fragen, 
ob ich eine meiner Töchter als „Gesellschafterin“ der Hatzfeldt 
übergeben wolle und ob er mir selbst die Protektion Gersten- 
bergs (!) verschaffen solle! Der Kerl hat mir Zeit gekostet und, ss 
meinte das Vieh, da ich ja jetzt doch „kein Geschäft“ habe, sondern 
nur eine „theoretische Arbeit“ mache, könne ich ebensogut meine 
Zeit mit ihm totschlagen! Um gewisse dehors dem Burschen gegen- 
über aufrechtzuerhalten, hatte meine Frau alles nicht Niet- und 
Nagelfeste ins Pfandhaus zu bringen! 4 
Wäre ich nicht in dieser scheußlichen Position und ärgerte mich 
nicht das Klopfen des Parvenu auf den Geldsack, so hätte er mich 
königlich amüsiert, Seit dem Jahr, wo ich ihn sah, ist er ganz ver- 
Z. 26 (Der) —38 ! 41 (und)—42 , 43 (Seit) —
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.