Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

(801) 1862 Okt. 16 
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Cottongeschichten haben mich abgehalten. Ces messieurs hatten 
während meiner Abwesenheit natürlich Alles liegen lassen, was 
nur möglich war, sodaß ich alle Hände voll bekam. 
Lupus läßt sagen, daß er die Sachen richtig erhalten hat. Der 
Kasus ist höchst amüsant. Diese armen verlogenen Preußen, die 
sich stets blamieren, sowie sie was Schriftliches von sich geben! 
Die £ 10-Note hast Du doch erhalten, die ich Dir am Tage 
meiner Abreise schickte? Ich blieb in Barmen und Engelskirchen 
wieder zu lange kleben, da ich 14 Tage lang an der Mosel, am 
4 Rhein und in Thüringen herumgebummelt. Ich ging gleich via 
Brüssel und Luxemburg nach Trier, von dort zu Fuß bis Kochem 
usw. In Köln war ich gar nicht. 
Die Ernemung von Bismarck wurde von den Bourgeois mit 
schallendem Gelächter empfangen. Überhaupt waren die Kerle 
ıs außerordentlich sicher und gewissermaßen verwegen. Sie haben 
den braven Wilhelm endlich an einer Geldfrage fest und wissen, 
daß er ihnen da auf die Dauer nachgeben muß; sie stellen sich aber 
den Verlauf der Sache merkwürdig idyllisch vor und meinen, 
wenn sie den Burschen nur einige Zeit zappeln lassen, so müsse 
» er ihnen schon von selbst kommen. Die werden sich noch wundern. 
Jedenfalls muß gegen das Frühjahr die Sache zur Krisis kommen. 
Übrigens ist es zum Totschießen, welch begeisternde Wirkung so 
eine Geldfrage auf die Philister ausübt. Schulze-Delitzsch und 
Konsorten werden ordentlich witzig, und nur Virchow bleibt 
2 „ernscht‘“ ischt der Mann; doch nein, neben ihm benimmt sich 
auch Heinrich Bürgers noch mit geziemender Würde in Weimar, 
indem er für die Reichsverfassung von Anno Toback paukt. Ich 
muß sagen, der Schulze-Delitzsch, der doch immer nur ein lausiger 
Spießbürger war und sein wollte, dieses Sparkassenmännchen 
1 kommt mir ordentlich respektabel vor, wenn ich ihn mit diesen 
Hunden vergleiche wie Bürgers und der grausse Miquel, die das 
Vaterland in Weimar durch die preußische Spitze retten. 
Über Kinkel bin ich jetzt auch im Klaren. Er ist die reine 
Karikatur eines Tapezierers in Koblenz, der ein in seiner Art ein- 
3 ziger Musterrheinländer, mit allen Vorurteilen und Borniertheiten 
der Rasse ist, die Preußen verflucht, die Franzosen haßt, mit Öst- 
reich sympathisiert, dabei katholisch und demokratisch in einem 
Atem, aber famos marschieren kann; der Kerl ist mit mir über 
den Kochemer Berg marschiert; wenn Kinkel diesen Burschen 
wo sähe, dessen Affe seine Körperlichkeit von oben bis unten ist. fiel 
er auf den Hintern vor Schreck. 
Was hältst Du von Amerika? Der finanzielle Crash, der bei die- 
sen dummen Papiergeldmaßregeln nicht ausbleiben kann, scheint 
nahe. Militärisch wird der Norden jetzt wohl wieder etwas auf die 
w Beine kommen. 
PO Bm 
232_— 41
	        
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