(818) 1863 Jan. 26
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818. Engels an Marx; 1863 Januar 26.
Licher Mehr, Manchester, 26. Januar 1863.
Ich danke Dir für Deine Aufrichtigkeit. Du begreifst selbst,
5 welchen Eindruck Dein vorletzter Brief auf mich gemacht hatte.
Man kann nicht so lange Jahre mit einem Frauenzimmer zusam-
men leben, ohne ihren Tod furchtbar zu empfinden. Ich fühlte,
daß ich mit ihr das letzte Stück meiner Jugend begrub. Als ich
Deinen Brief erhielt, war sie noch nicht begraben. Ich sage Dir,
m“ der Brief lag mir eine Woche lang im Kopf, ich konnte ihn nicht
vergessen. Never mind, Dein letzter Brief macht ihn wett, und ich
bin froh, daß ich nicht auch mit der Mary gleichzeitig meinen
ältesten und besten Freund verloren habe. ;
Nun zu Deinen Angelegenheiten. Ich ging gleich heute zu
ıs Watts, den ich noch in London glaubte, der übrigens ein Office in
London, Pall Mall No. 2, hat. Mit ihm ist es nichts. Seine Gesell-
schaft pumpt nicht mehr. Er gab mir eine andre Adresse, Der
Mann ist bereit, aber er will je nach Umständen zwei oder
auch mehr sureties für Zinsen, Prämie und Rückzahlung
x des Anleihens. Damit können wir leider nicht dienen, wen könn-
ten wir finden? Allenfalls Gumpert, aber der würde schwerlich
angenommen werden. Dazu würde, da wir beide ohne bürger-
lichen Status, jedenfalls noch ein Dritter erforderlich sein, und
schließlich die expenses von dem loan im Voraus abgezogen wer-
z den, so daß wenig übrig bliebe.
[ch dachte nun daran, einen Teil des auf Spekulation gekauf-
ten Garns zu verkaufen, und statt den Betrag an Ermen (dem das
Geld gehört) zurückzuzahlen, ihn Dir zu schicken. Dies wäre
allenfalls gegangen, da die Sache erst im Juli zur Sprache kom-
%» men würde, bis wohin sich Manches ändern kann. Aber no chance.
Der Markt ist so flau heute, daß ich, statt mit Nutzen, mit Schaden
verkaufen müßte und wahrscheinlich in dieser Woche gar nicht
zum Verkauf käme.
Geld kann ich keins aufnehmen, Elrmen] könnte und würde es
3 mir wahrscheinlich refüsieren, und dem kann ich mich nicht aus-
setzen. Bei einem Dritten, Wucherer, hier borgen, hieße Elrmen]
den besten Anlaß geben, sich von seinem Kontrakt mit mir loszü-
sagen. Und trotzdem kann ich es nicht mit ansehn, daß Du Deine
Absicht ausführst, wie Du sie mir schreibst. Ich bin also dem
o alten Hill an die Wechsel gegangen und habe mir inliegende
£ 100 auf John Rapp & Co., am 28. Februar fällig, genommen
und an Dich endossiert. Ich denke, es kommt nicht vor Juli‘her-
aus, und dann haben wir wieder eine Galgenfrist. Es ist ein höchst
gewagter Streich von mir, denn ich komme jetzt sicher ins Defizit,
indessen es muß riskiert werden. Ich versichre Dich, ich hätte es