Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

Einleitung 
W, 
in solcher Lage nur noch durch den „Zynismus“ zu helfen, Und er nennt 
diesen Zustand: „das Rösten am kleinen Feuer — wobei Kopf und Herz 
verzehrt werden und außerdem die kostbarste Zeit verloren geht.“ Engels 
antwortet sofort, am 26. Januar !”): Nun sei der frühere Brief wettge- 
macht. „Ich danke Dir für Deine Aufrichtigkeit.‘“ „Und ich bin froh, 
daß ich nicht auch mit der Mary gleichzeitig meinen ältesten und besten 
Freund verloren habe.“ — Die Briefe des Januar 1863 tragen das Zeichen 
des Außerordentlichen., Sie sind von Männern geschrieben, die im Ange- 
sicht ihrer historischen Aufgabe sonst kaum je ihre persönlichen Empfin- 
dungen und Gefühle geoffenbart haben. 
Engels, der nach den seit der Mitte des vorhergegangenen Jahres ge- 
machten „ungewöhnlichen Anstrengungen“ ganz „ausgepumpt“ war, ent- 
schloß sich, um Marx zu helfen, zu einem kommerziell höchst gewagten 
Schritt. Er sandte dem Freund einen auf 100 £ St. lautenden Wechsel 
der Firma, zugleich mit der Mitteilung, daß bis Ende Juni Marx auf 
nichts mehr von seiner Seite — ..außer etwa Kleinigkeiten‘ — rechnen 
könne. ; 
Hier kam nun „der kleine“ Dronke zu Hilfe. Dieser frühere Mitarbeiter 
der Neuen Rheinischen Zeitung war in dieser Zeit zu einem reichen Kauf- 
mann geworden, der über ein jährliches Einkommen von gegen 1000 £ St. 
verfügte, Auf Engels’ Garantie hin willigte er in eine Anleihe von 
250 £ St. ein. Wenn man, was sehr wahrscheinlich, annimmt, daß der 
im Januar übersandte Wechsel auf 100 £ St. ebenfalls von Engels be- 
zahlt wurde, so waren es damit insgesamt 370 £ St., was Engels im 
Laufe des Jahres 1863 dem Freund übersandte bzw. für ihn bezahlte. 
Marx konnte so jedenfalls ohne besondere Hindernisse am „Kapital“ 
arbeiten. 
Im selben Jahre 1863 begannen sich allerdings schon die Folgen der 
übermäßigen Anstrengungen und der ständigen schlechten Ernährung be- 
merkbar zu machen. Marx litt jetzt häufig und sehr stark unter Kar- 
bunkeln und Furunkeln. Die Nachricht vom Tode seiner Mutter erreichte 
ihn — Anfang Dezember 1863 — gerade zur Zeit eines sehr schweren 
Anfalls dieser Krankheit. Mit Erlaubnis des Arztes reiste Marx nach 
Trier, erkrankte jedoch auf der Rückreise, während seines Aufenthaltes 
bei seinem holländischen Onkel, so sehr, daß er genötigt war, dort zwei 
Monate zu bleiben; erst im Februar 1864, nach einer Abwesenheit von 
fast drei Monaten, konnte er nach London zurückfahren. Die Erbschaft, 
die ihm nach dem Tode seiner Mutter zufiel — ihre Höhe läßt sich schwer 
bestimmen, doch war sie wohl kaum beträchtlich — verschaffte Marx die 
Möglichkeit, in ein anderes Haus. unfern dem bisher bewohnten, zu über- 
1) S 1921.
	        
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