Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

(870) 1864 Sept. 2 
870. Engels an Marx; 1864 September 2. 
Manchester, 2. September 1864, 
Lieber Mohr, 
Ich glaubte nach Deinem letzten Brief, Du säßest tief in den 
holländischen Morästen, und daher mein hartnäckiges Stillschwei- 
gen. Deine Adresse in Holland konnte ich nicht finden. Ich schickte 
Deiner Frau die Uhr und Kette am 6. August in einer rekomman- 
dierten Schachtel per Post und hoffe, sie ist richtig angekommen. 
Nächsten Donnerstag 8. oder Samstag 10. September denke ich 
von Hull nach Hamburg zu fahren und mir our new property in 10 
Schleswig und Holstein etwas anzusehn und, wenn keine Paß- 
schwierigkeiten vorliegen, auch von Lübeck nach Kopenhagen zu 
gehn. Ich komme vor Ende September nicht wieder, und wenn es 
irgend angeht, bleibe ich auf der Rückreise einen Tag in London. 
Die Partnerships-Geschichte ist endlich geordnet, die Kon- z 
trakte unterschrieben, und so hab’ ich hoffentlich auf 5 Jahre 
Ruhe von dieser Seite her. 
Wir haben unser Haus in Tennant Street verlassen und sind seit 
14 Tagen ungefähr 500 Schritt weiter heraus gezogen in ein etwas 
größeres Haus mit 2 Wohnzimmern unten; wir haben uns unge- 20 
fähr in derselben Weise verbessert wie Du mit Deinem letzten Um- 
zug. Die Adresse ist 86 Mornington Street, Stockport Road, Man- 
Chester. Briefe gehn auf meinen Namen wie immer. 
Die Adresse von Jones ist 52 Cross Street, Manchester. 
Die Dänen glauben oder vielmehr fürchten noch immer, daß 2 
die Personal-Union hergestellt wird, und da die Redakteure Bille 
vom Dagblad und Ploug vom Fädrellandet] beide Devutierte 
sind und sicher gute Quellen haben, auch die jetzigen Minister 
gute Russen sind, so bin ich überzeugt, daß starke Intrigen in die- 
ser Richtung von Rußland gespielt werden. Monsieur Bismarck z 
hat es indes sicher anders vor, und um positive Vorteile zu bekom- 
men, d. h. um Schleswig-Holstein zu mediatisieren, braucht er, 
glaub” ich, den Augustenburger ziemlich notwendig. So viel ist 
sicher, die preußische Stammpolitik mit der Teilung Deutschlands 
an der Mainlinie ist noch nie so frech gepredigt worden. und das z 
liberale Saupack scheint sich ganz damit zu befreunden. Wenn das 
der Fall ist — und das werde ich in Deutschland schon sehn —, 80 
gibt uns die preußische Bourgeoisie für den nächsten Set-to eine 
enorme Handhabe. Ich bin übrigens überzeugt. daß Elsner Recht 
hat und wenigstens.in den alten Provinzen der Siegestaumel nicht « 
zu ertragen ist. — Ich werde mich auch hüten, dorthinzugehn. 
Selhst am Rhein wird es schlimm genug sein. 
Daß Monsieur Bonaparte die größte Lust hat. in die heilige 
Allianz zu treten, sagte ich dem braven Gottfried den ersten Tag, 
186
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.