(872) 1864 Sept. 4
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und benutzt den größten Teil seiner Leute offensiv in Westvirginien
und zur Bedrohung von Washington und Pennsylvanien. Ausgezeichnetes
Muster zum Studium für die Preußen, die daraus
bis ins Detail lernen können, wie man einen Feldzug um das ver-5
schanzte Lager von Koblenz führen muß, die aber natürlich viel
zu hochmütig sind, etwas von diesen improvisierten Generalen zu
lernen. Grant — vor 6 Jahren ein wegen Trunk aus der Armee
entlassener Leutnant, später versoffner Ingenieur in St. Louis —
hat viel unity of purpose und große Verachtung gegen das Leben
o seines Kanonenfutters, scheint auch als kleiner Strategiker
(d. h. für Bewegungen von heute auf morgen) viel Ressourcen zu
haben, aber ich suche vergebens nach Zeichen, daß er Überblick
genug hat, um die Kampagne als Ganzes zu übersehn. Die Kampagne
gegen Richmond scheint mir am Scheitern zu sein, die Un-15
geduld, mit der Girant] bald hier, bald dort angreift, aber an keinem
Punkt nachhaltig mit Sappe and Mine vorgeht, ist ein schlechtes
Zeichen. Das Ingenieurwesen scheint bei den Yankees überhaupt
schlecht bestellt zu sein, dazu gehört außer den theoretischen
Kenntnissen auch eine traditionelle Praxis, die nicht so leicht im-%
provisiert wird. — Ob Sherman mit Atlanta fertig wird, ist fraglich,
doch hat er, glaub’ ich, bessere Chancen. Die Guerillas- und
Kavalleriestreifereien in seinem Rücken werden ihm schwerlich
viel schaden. Der Fall Atlantas wäre sehr hart für den Süden,
Rome fiele gleich mit, und da sind ihre Kanonengießereien €elc.,
» dazu ging die Eisenbahnverbindung zwischen Atlanta und Südkarolina
verloren. — Farragut bleibt sich gleich. Der Kerl weiß,
was er tut. Aber ob Mobile selbst fallen wird, ist sehr f raglich. Die
Stadt ist sehr stark befestigt und kann, soviel ich weiß, nur von
der Landseite her genommen werden, da tiefgehende Schiffe nicht
u nahe genug herankommen können. Aber welch ein Blödsinn ist
diese Zersplitterung der Angriffskräfte an der Küste, wo Charleston
und Mobile gleichzeitig angegriffen werden, statt eins nach
dem andern, aber jedesmal mit allen Kräften.
Auf den Friedenskohl, der sich jetzt so breit macht, geb’ ich
» nicht viel. Selbst nicht auf die vorgeblichen direkten Unterhandlungen
Lincolns. Das halte ich alles für Wahlmanöver. Wie die
Sache bis jetzt steht, scheint mir Lincolns Wiederwahl ziemlich
gewiß. .
Meine Mutter ist in Ostende und reist Samstag wieder nach
wo Hause, in Folge welcher Nachricht ich meine Reisepläne geändert
habe und Donnerstag Abend nach Ostende reise. Ich fürchte, ich
komme erst mit dem Nachtzug nach London, der vor 6 Uhr Morgens
dort ankommt. Ist es mir aber möglich, so reise ich um 4.15,
so daß ich 9.15 an Euston Station bin und entweder nach Dover
ws durchfahre (s’ilLy a moyen) oder in dem Hotel an London Bridge