Full text : Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

Einleitung
Der polnische Aufstand, in erheblichem Maß durch die
zaristische Regierung selbst provoziert, die damit ein Gegengewicht gegen
die wachsende revolutionäre Bewegung im eigentlichen Rußland zu
schaffen trachtete, gab zusammen mit dem amerikanischen Bürgerkrieg
für das Lebendigwerden der internationalen Sympathien innerhalb der
europäischen Arbeiterklasse einen neuen Anstoß. Man ersieht aus den
zwischen Marx und Engels gewechselten Briefen, welche Bedeutung sie
diesem Aufstand beimaßen, den sie beide, insbesondere Marx, auf alle
Weise zu unterstützen für notwendig hielten.
Zahlreiche Äußerungen in den Briefen bis zum November 1864 behandeln
 die „neue Ära“ in Preußen: die Amnestie, den Verfassungskonflikt,
 das Erwachen des Liberalismus, die schleswig-holsteinische
 Frage, die mit der Lassalleschen Agitation eröffnete neue Phase in
der deutschen Arbeiterbewegung.
Mit der Gründung der Internationalen Arbeiter-Assoziation,
 vollzogen am 28. September 1864, beginnt in Marxens
Leben eine große Wendung. Er tritt an die Spitze einer gewaltigen internationalen
 Arbeiter-Organisation und muß jetzt nicht nur theoretisch,
sondern auch praktisch auf die verschiedenen Probleme und Ereignisse
des internationalen Lebens reagieren. Was die Außenpolitik der I. Internationale
 betrifft, so bestimmte und leitete sie fast vollkommen der
Mann, der bereits in der Inaugural-Adresse auf die große Bedeutung der
außenpolitischen Fragen für die Arbeiterklasse hingewiesen hatte. Die
Marxschen Briefe aus dieser Periode, beginnend mit dem Brief vom
4. November 1864, worin er Engels über die Entstehung und Organisation
 der I. Internationale ausführlich berichtet, sind daher außerordentlich
 bedeutsame Quellen für die Geschichte der I. Internationale, desgleichen
 der englischen Arbeiterbewegung. .
Von nicht geringerer Bedeutung sind die Marxschen und Engelsschen
 Briefe von 1865 bis 1867 aber auch für die Geschichte der
sozialdemokratischen Bewegung in Deutschland.
Selbst in der Verunstaltung, in der sie von Bernstein und Mehring. zum
ersten Male veröffentlicht worden waren, warfen sie völlig neues Licht
auf den Kampf zwischen den Lassalleanern mit Schweitzer an der Spitze
und den von Liebknecht geführten späteren „Eisenachern“, Sie zeigten,
wie sehr Mehring in seiner „Geschichte der deutschen Sozialdemokratie“
Unrecht hatte.
Mehring, der die von Liebknecht in taktischen wie in programmatischen
 Fragen begangenen Fehler zum Teil durchaus richtig konstatierte,
der die Illusionen der Londoner Börse teilte und trotz seiner Antipathien gegen die
Sklavenbesitzer einen bedeutenden Teil seines Geldes in Papieren der Südstaaten angelegt
 hatte, erlitt eben darum große Verluste.

XXH
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.