Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

(932) 1865 Juli 31 
Schulden und der Einrichtung des Hauses mich an 500 £ 
kostete. Ich habe darüber pence für pence (as to this item) Buch 
geführt, weil es mir selbst fabelhaft war, wie das Geld verschwand. 
Es kam hinzu, daß aus Deutschland, wo man verbreitet hatte, Gott 
weiß was, alle möglichen antediluvianischen Fordrungen ge- 
macht wurden. 
Ich wollte im Anfang zu Dir kommen, um die Sache persönlich 
zu besprechen. Aber in diesem Augenblick ist jeder Zeitverlust 
für mich unersetzlich, da ich meine Arbeit nicht gut unterbrechen 
o kann. Ich habe letzten Samstag dem subcomite der „International“ 
meine Abreise erklärt, um wenigstens einmal 14 Tage ganz frei 
and ungestört zum pushing on der Arbeit zu haben. 
Ich versichre Dir, ich hätte mir lieber den Daumen abhauen 
lassen, als diesen Brief an Dich zu schreiben. Es ist wahrhaft 
„ niederschmetternd, sein halbes Leben abhängig zu bleiben. Der 
einzige Gedanke, der mich dabei aufrecht hält, ist der, daß wir 
zwei ein Compagniegeschäft treiben, wo ich meine Zeit für den 
theoretischen und Parteiteil” des business gebe. Ich wohne aller- 
dings zu teuer für meine Verhältnisse, und außerdem haben wir 
» dies Jahr besser gelebt als sonst. Aber es ist das einzige Mittel, 
damit die Kinder, abgesehn von dem Vielen, was sie gelitten hat- 
ten und wofür sie wenigstens kurze Zeit entschädigt wurden, Be- 
ziehungen und Verhältnisse eingehn können, die ihnen eine Zu- 
kunft sichern können. Ich glaube, Du selbst wirst der Ansicht sein, 
„ daß, selbst bloß kaufmännisch betrachtet, eine reine Proletarier- 
einrichtung hier unpassend wäre, die ganz gut ginge, wenn meine 
Frau und ich allein oder wenn die Mädchen Jungen wären. 
Was nun meine Arbeit betrifft, so will ich Dir darüber reinen 
Wein einschenken. Es sind noch 3 Kapitel zu schreiben, um den 
w theoretischen Teil (die 3 ersten Bücher) fertig zu machen. Dann 
ist noch das 4. Buch, das historisch-literarische, zu schreiben, was 
mir relativ der leichteste Teil ist, da alle Fragen in den 3 ersten 
Büchern gelöst sind, dies letzte also mehr Repetition in histor1!- 
scher Form ist. Ich kann mich aber nicht entschließen, irgend 
etwas wegzuschicken, bevor das Ganze vor mir liegt. Whatever 
shortcomings they may have, das ist der Vorzug meiner Schriften, 
daß sie ein artistisches Ganzes sind, und das ist nur erreichbar 
mit meiner Weise, sie nie drucken zu lassen, bevor sie ganz vor 
mir liegen. Mit der Jakob Grimmschen Methode ist dies unmög- 
w lich und geht überhaupt besser für Schriften. die kein dialektisch 
Gegliedertes sind. 
Dagegen wird es sich anders mit der englischen Bearbei- 
tung machen. Fox hat keinen Zweifel, daß er mir einen Buch- 
händler verschaffen kann, sobald ich die ersten Druckbogen zurück 
1) Im Orig. Parteil 
279
	        
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