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Lassen. Wenn diese Leute noch 3—4 Wochen untätig unterm Ge-
wehr stehn, sind sie zu Allem kapabel. Und da weder Preußen
noch Italien fertig ist zum Angriff, müssen sie wohl noch bis Ende
Mai wenigstens dastehn.
So viel ist sicher, Monsieur Bismarck hat sich in einer Sauce
hineingeritten, mit der weder er noch das ganze bisherige Regime
fertig wird. Wenn es friedlich abgemacht wird, so hat er die dis-
poniblen fonds vermöbelt und wird sich schon deshalb nicht mehr
helfen können, und wenn es Krieg gibt, so muß er Acheronta
ıo movere, der ihn sicher verschlingt.” Selbst ein direkter Sieg der
Kammerbürger hat unter diesen Umständen einen revolutionären
Charakter und muß weiterführen,
Trotz alledem kann ich mir noch immer nicht denken, daß in
der Mitte des 19. Jahrhunderts Nord- und Süddeutschland auf-
‚s einander losschlagen werden, bloß weil Bismarck es im Interesse
der Russen und des Bonaparte so haben will. Wenn es aber zum
Klappen kommt, so kann es den Preußen schlecht gehn. Die Öst-
reicher scheinen diesmal alle Kräfte bis aufs Äußerste anstrengen
zu wollen, und wenn auch die Renommagen von 900000 Mann
Unsinn sind, so wäre es immer möglich, daß sie in Sachsen in be-
deutender Überzahl aufträten. Preußen kann über das rheinische
und westfälische Korps gar nicht, über das sächsische nur teil-
weise gegen Östreich verfügen. Bleiben die übrigen sechs Armee-
korps, die schwerlich 240 000 Mann stark vor den Feind rücken
» werden. Wenn die Östreicher, wie es heißt, in Italien sich zu-
nächst defensiv halten, so brauchen sie dort nur 150000 Mann,
und können ganz gut 300—350 000 Mann gegen Preußen schicken
— es sei denn, daß die Russen sie nötigen, Galizien stark zu be-
setzen. Die entscheidende Schlacht könnte dann von 180 000 Preu-
wo Ben gegen 240—280 000 Östreicher geschlagen werden und würde
fast unfehlbar Jena sein und direkt nach Berlin führen. Es ist
aber schwer, hierüber Hypothesen zu machen, da bei den Öst-
reichern die Truppen immer viel stärker auf dem Papier sind und
auch stark gelogen wird grade jetzt.
Leider ist Monsieur Charles mit dem Hauptbuch zurück, worin
meine Rechnung ist, so daß ich augenblicklich gar nicht einmal
ordentlich nachsehen kann, wie ich stehe, und da in 6 Wochen das
Bilanzjahr um ist und ich dann ein bestimmtes Kapital im Ge-
schäft haben muß, so muß ich mich danach richten. Sobald ich
„kann, werde ich mein Soll und Haben aufaddieren und, wenn
irgend möglich, Dir einiges Geld schicken. Jedenfalls aber kannst
Du darauf rechnen, daß ich Dir in den ersten Tagen des Juli,
nach dem Bilanzjahresschluß, sofort eine £ 50 besorge.
(979) 1866 Mai 16
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1) Im Orig. die ihn sicher verschlingen,