(739) 1861 Mai l0
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dey-Stieber seine wahren Existenzbedingungen gefunden hatte, zu
vor dem Philister. Es ward ein Geschäft, und about 1852 wurde
ein Teil der Aktionäre zudringlich und verlangte Rechenschaftsablege,
Generalversammlung usw. Die Widerhaarigsten wurden
5; nun von Jud Wolff und cand. theol. Zabel bei Seite genommen. Es
ward ihnen im Vertrauen eröffnet, daß, um das Blatt nicht zu ruinieren,
Todesschweigen über seine Finanzen allerreligiöst beobachtet
werden müsse, indem es in der Tat bankerott sei. (In der
Tat war die Aktie, ursprünglich 25 Taler, damals schon 100
0 wert.) Also es nur nicht d’une mani&ere ou d’une autre aus seinem
schüchternen finanziellen Versteck herausziehn. Indes, aus besondrer
Rücksicht, wolle man ihnen (nämlich den bösartigsten
Aktionären) ausnahmsweise ihren Einsatz gegen Austausch
ihrer Aktien zurückzahlen. So wurden die Gefährlichsten abgefunden.
Die Farce wiederholte sich mehrmal. Die Mehrzahl der
so im Vertrauen Abgekauften erhielt jedoch — je nach dem Grad
ihres passiven Widerstandes — nur von 40 bis herab auf 5%
des ursprünglichen Einsatzes. Ein ganz beträchtlicher Teil liberaler
Schlappschwänze hat bis zu diesem Augenblick noch keinen
% farthing erhalten und es ebensowenig zu einer Rechenschaftsablege
bringen können. Aus Furcht vor der Kreuzzeitung schweigen
sie. Durch diese Escroquerie also sind Jud Wolff und cand.
theol. Zabel zu „überflüssiges Geld“ besitzenden Großwürdenträgern
des liberalismus vulgaris geworden. Schade, daß ich die
Geschichte nicht früher kannte!
Rutenberg ist als ausdrücklich garantiertes Inventariumstück
von Manteuffel an Schwerin abgetreten worden. Er schneidet jetzt
mit der Schere die „Staatszeitung‘“ zurecht, ein Blatt, das kein
Mensch mehr liest. So eine Art London Gazette. Bruno, dem es
% verflucht schlecht gegangen sein soll, bot sich umsonst dem jetzigen
Ministerium an — nämlich seine Mitarbeit an der offiziösen
„Preußischen Zeitung“ fortzusetzen. Er ist jetzt Hauptmitarbeiter
an des Kreuzzeitungs-Wagener ” Staatslexikon. Im übrigen
farmer in Rixdorf oder wie das Nest heißt,
#5 Ich wohnte einmal einer Sitzung der zweiten Kammer von der
Journalistenloge aus bei. Ich hatte ditto Sommer 1848 einer Sitzung
der preußischen Vereinbarer beigewohnt. Quantum mutatum
ab illis! Obgleich die sicher auch keine Titanen waren! Ein
enger Sitzungsraum. Spärliche Zuschauerlogen. Die Kerls sitzen
vo auf Bänken (die „Herren“ dagegen auf Sesseln), ein sonderbares
Mixtum von Beamten- und Schulstube. Eine belgische Kammer ist
im Vergleich damit imposant. Simson oder Samson, wie der Präsident
heißt, rächt sich für die Fußtritte, die er von Manteuffel erhalten,
indem er nun — mit der ganzen grotesken brutalen Magi-1)
Im Orig. Wagner
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