Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

(743) 1861 Juni 12 
de[n] Regierung dorthin gelegt. Die Besetzung von Harper’s Ferry 
anterbricht die Beherrschung der Potomaclinie durch die Unions- 
iruppen an einer empfindlichen Stelle und gibt den südlichen 
Truppen, für den Fall, daß sie in Masse bis an diese Linie vor- 
dringen sollten, sogleich die vollständige Beherrschung beider 
er. 
Von der Behauptung Washingtons durch den Norden hing das 
Geschick von Maryland und Delaware ab; vom Süden abge- 
schnitten, von Unionstruppen besetzt, verfielen sie sofort der 
Union. Zweiter Erfolg des Nordens. 
Die Wiedereroberung Missouris durch die Deutschen von 
St. Louis war der dritte Erfolg, und von enormer Wichtigkeit, da 
der Besitz von St. Louis den Mississippi absperrt. Inwiefern die 
Neutralität Kentuckys dem Norden oder Süden günstig ist, wird 
wohl von Umständen und Ereignissen abhängen. Jedenfalls be- 1 
schränkt sie vor der Hand den Kriegsschauplatz auf ” das west- 
licher gelegne Gebiet. 
Resultat: Also nach allen Vorbereitungen des Südens hat er 
weiter nichts erreicht, als daß der Norden, mit nur 1 Monatlichen 
Vorbereitung, ihm bereits die Landeshauptstadt und drei Sklaven- z 
staaten aberobert hat, und ein vierter Sklavenstaat nicht zu seze- 
dieren wagt; daß am Potomac die südliche Offensive zum Stehen 
gekommen ist und der Norden bereits über diesen Fluß hinaus- 
gerückt ist, bis jetzt ohne Widerstand zu finden. Für jeden Mann 
mehr, den der Süden jetzt noch stellen kann, wird der Norden drei % 
bis vier stellen. Die sezedierten Staaten haben ca. 7'/, Millionen 
Einwohner, wovon über 3 Millionen Sklaven; 1 Million Weiße 
muß mindestens wegen Bewachung der Sklaven abgerechnet wer- 
den, sodaß kaum 2“; Millionen bleiben als für den Krieg dispo- 
nible Bevölkerungsmasse. Wenn von diesen 10° aufgeboten wer- z 
den — das stärkste, was wohl je defensiv aufgeboten worden ist —, 
gibt es höchstens 250 000 Mann. Soviel kommen aber sicher nicht 
zusammen. Die Schweiz, mit etwa gleicher Bevölkerung — etwas 
über 2 Millionen —, hat ca. 160 000 Milizen auf dem Papier. 
Dagegen zählt der Norden, die freien Staaten allein gerechnet, an % 
20 Millionen, die alle disponibel sind, mit Ausnahme etwa von 
Kalifornien, Utah und den äußersten westlichen Territorien. 
Sagen wir 17 Millionen disponible Bevölkerung, und nehmen wir 
nicht 10° davon, sondern nur den dritten Teil, 3*/,°/, als disponibel 
zum Angriffskrieg, so gibt das über 500 000 Mann, mehr als hin- # 
reichend, den Süden, selhst bei der äußersten Anstrengung, zu er- 
drücken. Was das Verhältnis Mann gegen Mann betrifft, so ist 
keine Frage, daß die Leute des Nordens denen des Südens phy- 
1) Hier gestrichen: Virginien und Carolina.
	        
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