1862
762. Marx an Engels; 1862 Februar 25.
25. Februar 1862.
Lieber Engels,
Mein langes Schweigen stammt nicht „von innen“ her, sondern %
aus dem Dreck von Verhältnissen, mit denen ich Dich nicht lang-
weilen und quälen wollte,
Du weißt, daß ich Neujahrstag nur einen Teil der Schuld
settlen konnte, die damals schon nicht mehr aufschiebbar schien
(wie z. B. mein Landlord, dem ich Ende nächsten Monats ein 10
ganzes Jahr schulde). Die Hauptsumme ging weg für Schulden,
worauf Wechsel ausgestellt waren.
Die Wiener Presse, wie unter den jetzigen deutschen
Lauseverhältnissen vorherzusehn, ist nicht die Kuh, die sie sein
sollte. Angeblich erhalte ich 1 £ per article. Da die Kerls aber z
von 4 Artikeln vielleicht nur 1 drucken und oft keinen, so
kommt verdammt wenig heraus außer Zeitverlust und Ärger, daß
ich auf die Spekulation schreiben muß, ob oder ob nicht besagter
\rtikel das Imprimatur einer gnädigen Redaktion erhält.
In dem Prozeß mit Koller mußte ich nachgeben, aus dem z
Hauptgrund, weil ich, sobald der solieitor 30 £ Vorschuß
brauchte, da die Sache an einen superior court ging, sie natürlich
nicht leisten konnte. Ich hatte 5 £ zu zahlen dem solicitor für
ihn und den von ihm zugezogenen counsel, Mit Koller ein Ver-
ständnis einzugehn, wonach ich ihm 18 £ St., monatlich 2 £ zu %
zahlen; die ersten 2 .£ zahlte ich ihm den letzten Januar, die fol-
genden 2 £ habe ich Ende Februar zu zahlen, weiß aber noch nicht
wovon.
Während der letzten 2 Monate hat die Presse so wenig von
mir gedruckt, daß mein Guthaben an sie kaum nennenswert. 20
Was die Situation noch pleasanter macht, ist, daß Jennychen
seit beinahe 2 Monaten unter ärztlicher Kur steht. Das Kind hat
zusehends abgenommen. Jenny ist jetzt schon so weit, daß sie den
ganzen Druck und die Schmiere unsrer Verhältnisse fühlt, und
das, glaube ich, ist ein Hauptgrund ihres physischen Leidens. 3;
(Apropos! Allen hat gestern Wein für sie verordnet, und es
ist mir daher lieb, wenn Du einige Flaschen herüberschickst.)