10 Die gewerblide Arbeit und ihre Oraanifation.
zu der taujendfach differenzierten gewerblichen Tätigkeit unferer
Tage it ein weiter Gang, den die men] cHliche Arbeitshiunft
zurücgelegt hat. In diefem Entwickungsgange ift nun aber
zwifchen zweierlei zu unterfheiden: zwifchen der Differenzierung
der Ärbeitsverrichtungen, die durch eine Vermehrung der
Produkte Hervorgerufen i{t und derjenigen Differenzierung, die
gleichtam von innen heraus durch eine bewußte Zerlegung der
Arbeit in ihre einzelnen Teilverrichtungen entftanden if.
€ handelt fich zunächft nur um die Tatfache, daß die Kunft
des Arbeitens dahin fortgefchritten it, eine Summe von Teil:
arbeiten aufzulöfen, [o daß nun jede Teilarbeit als gefonderte
Arbeitsaufgabe betrachtet werden kann. S®anz nach dem Rezgept
jenes fehr zu Unrecht verfpotteten Lhilofjophen, von dem
wir lernen {ollen:
„Daß, was wir [onit auf einen Schlag
Getrieben, wie Eifen und Trinken frei
Eins! Zwei! Drei! dazu nötig fet.“
Diefjes damit gekennzeichnete, durchaus nicht unvernünftige,
Jondern vermwünfcht gefheute Wrbeitsverfahren wollen wir in
Anlehnung an einzelne vorhandene AUnfägße zur Erkenntnis
Urbeitszerlegung nennen. Dabei braucht der Produktions:
prozeß zunächft gar nicht verändert zu Jein, und e$ fann doch
das Arbeitsverfahren ein neues fein, weil diejelben Verrich:
tungen wie früher nun in ihrer Selbftändigkeit erfannt werden.
Beifpiel: Cine Bäuerin [pinnt ihren Flachs zu Garn, ohne zu
wifjen und ih darum zu fümmern, woraus fich biefe ihre
durchaus einheitliche Arbeitsleiftung zuJammenjebt. Ein arbeits:
zerlegendes Verfahren lölt das Spinnen eines Fadens mindejtens
auf: 1. ®ardieren; 2. Streden; 3. Borfpinnen; 4. Vein-(binnen,
Die grundlegende Bedeutung diejes Verfahren? liegt nun
aber in der dadır-h erft gefchaffenen Möglichmachung anderer
Kunftgriffe des erfindungsreichen Menfchen zur befferen Bewältiqung
feiner Aufaaben. Die Arbeitszerleaung bereitet die