Rationaliserung durchzuführen. Inzwischen ist die Ratio-
nalisierung in einem in der ganzen Welt bewunderten Maße
von den deutschen Unternehmern durchgeführt worden.
Jedenfalls aber ergibt sich aus unserer auf die strengste
Kalkulation und den größten wirtschaftlichen Wirkungsgrad
drängenden Wirtschaftslage, daß sich an den techni-
schen Bedingungen unserer nationalen Produktion auch
unter einem wirtschaftsdemokratischen Regime nichts
ändern kann und wird. , Damit ist also die Variabilität des
wichtigsten Faktors, worauf die äußere Organisation und die
Psychologie des betrieblichen Arbeitslebens in erster
Linie beruhen, ausgeschlossen. Auch in der Wirtschafts-
demokratie, selbst im Sozialismus werden die Maschinen
aus Fisen und Stahl bestehen, werden sie geheizt oder mit
Kraft gespeist werden müssen, werden sie aus Rücksicht
auf den günstigen wirtschaftlichen Wirkungsgrad zu gewal-
tigen Produktionseinheiten zusammengefaßt werden müssen.
Kurzum, auch in der Wirtschaftsdemokratie und im Sozialis-
mus wird die moderne Technik ihr gewaltiges, an dem
Schicksal des Einzelmenschen kühl vorbeisehendes Sphinx-
gesicht behalten. Ihre äußere Erscheinungsform kann auch
durch die Diktatur des sozialen Gedankens nicht willkürlich
geändert werden. Soweit sie sich aber im Laufe der Zeit
ändert, wird das nur unter dem Gesetz ihrer eigenen Ent-
wicklung geschehen, und zwar in weiterer Verwirklichung
‚des ökonomischen Prinzips“.
Bleibt somit die viel berufene Dämonie der Technik
und die von ihr diktierte Monotonie der Betriebsarbeit
grundsätzlich bestehen, so tritt doch die Frage auf: Wel-
chen sonstigen Faktor, der zur Arbeitsireude beiträgt,
will die Wirtschaftsdemokratie neu einführen, oder, soweit
vorhanden, verstärken? . Es liegt nahe, darauf hinzuweisen,
daß in der Wirtschaftsdemokratie der Einfluß der Gewerk-
schaften auf die Lohnregelung stärker sein wird als
jetzt, und daß daher auch die Löhne entsprechend höher
sein. werden. Dazu ist zu sagen, daß der Einfluß einer
außerwirtschaftlichen Macht wie der Staatsgewalt auch in
der Wirtschaftsdemokratie nicht gut noch stärker zur Wir-
kung gebracht werden kann als bisher. Der Staat hat
heute schon in Deutschland alle Mittel in der Hand, um eine
diktatorische Lohnpolitik zu betreiben, wie. wir sie ja in den
letzten Jahren zur Genüge beobachten konnten, Daß sich
aber auch gerade auf diesem Gebiete trotz aller gewerk-
schaftlichen Kaufkrafttheorien die staatliche Macht am
schnellsten festläuft. zeigt besonders
England, wo die Arbeiterregierung sich als außer-
stande erweist, die seit 1926 langsam abbröckelnde
Lohnpyramide in ihrer alten stolzen Höhe zu er-
halten.
Auch die Staatsmacht, die letzte Appellationsinstanz der
Wirtschaftsdemokratie, kann die Lohnpolitik von all den
anderen Faktoren wirtschaftlicher und außenpolitischer
Art. nicht lösen. die den Lohn als Unkostenfaktor bestim-
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